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KOPENHAGEN. Der European Song Contest war bisher nie mein Thema, doch dieses Jahr fand der Wettbewerb direkt vor der Haustür statt und das Wall Street Journal war sehr interessiert. Also traf ich mich Freitag bis Sonntagfrüh mit zwei Kollegen in Malmö, um einen Blog und Stream zu betreiben. Dazu kam ein Artikel in der Print-Ausgabe. Der Stream ist weiterhin im Netz und hoffentlich auch im Nachhinein noch interessant. Hier geht’s lang.

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KOPENHAGEN. Den Nobelpreis hat die EU schon bekommen, vor ein paar Jahren versuchte der dänische Künstler Thomas Altheimer in den USA einen Europäer als Präsident durchzusetzen. Der Film dazu lief auf Arte, für art-online sah ich ihn mir an und sprach mit dem Künstler. Die heutige Wahl in der USA sind ein guter Anlass im Blog auf mein Interview mit ihm zu verweisen.


KOPENHAGEN. Der maltesische EU-Kommissar ist vor ein paar Tagen zurückgetreten. Er soll womöglich bereit gewesen sein gegen Schmiergeldzahlungen dafür zu sorgen, dass das EU-Verbot von Snus aufgehoben wird. Ein Geschäftsmann soll dem schwedischen Snus-Produzenten Swedish Match angeboten haben, dafür zu sorgen, dass Dalli gekauft wird. Swedish Match gab der EU-Kommission Bescheid und machte die Affäre dadurch öffentlich. Es ist schon recht lange her, dass ich für die FTD über Swedish Match schrieb, der Text ist daher nicht online zu lesen, sondern nur ein anderer von mir für The Art Newspaper über ein Kunstprojekt, bei dem Swedish Match als unethisches Investment angesehen wird.

Schweden, die Heimat von Swedish Match, ist das einzige EU-Mitgliedsland, in dem Snus nicht verboten ist. Es ist auch das einzige Land, in dem der Anteil der Frauen die rauchen höher ist als der der Männer – diese nutzen dafür Snus mehr. Auch in Norwegen ist Snus legal. Von daher stammt auch die Komikergruppe “Raske Menn”. International sind Norweger nicht für ihren Humor bekannt, ja nicht einmal in Skandinavien. Zu Recht? Es gibt einige norwegische Komiker, die das Zeug dazu hätten, die Kritiker vom Gegenteil zu überzeugen. Dafür müssten sie (die Kritiker versteht sich) aber erstmal norwegisch lernen. Der Clip von “Raske Menn” über den deutschen “Snausen Ausen”-Snus allerdings enthält so viel pseudo-Deutsch und so viele visuelle Referenzen zu (Film-)Geschichte, das dieser auch so überzeugen können sollte.


KOPENHAGEN. Warum nicht einmal ein wenig Entschleunigung und jetzt erst, in der nach-Nobel-Woche über die Nobelpreise schreiben. Als die Auserwählten, die im Dezember den Friedens- und den Literaturnobelpreis entgegennehmen werden, verkündet wurden, war ich gerade zu Ausstellungen und Interviews in London. Deshalb also erst jetzt mein Hinweis auf mein Interview, das ich von dort mit Friedensnobelpreis-Kritiker Frederik Heffermehl für den Focus machte. Kritische Anmerkungen zum Konzept der Nobelpreise auch von Aant Elzinga, dazu exklusiv im Blog ein kurzer Fließtext von mir basierend auf einem Gespräch mit Elzinga:

Zweimal im Jahr vergessen alle Menschen auf der Erde, wie sehr sie sich in der Schule durch Biologie- und Chemiestunden gequält haben und wie herzlich wenig sie die zeitgenössische Literatur letztlich interessierte. Denn zweimal im Jahr ziehen die Nobelpreise das Interesse der Öffentlichkeit auf sich: Anfang Oktober, wenn die Preisträger bekannt gegeben werden und Anfang Dezember, wenn die wohl bekannteste aller Ehrungen unter Anwesenheit der Königspaare in Stockholm und Oslo vergeben werden. Doch viele Wissenschaftler halten die Nobelpreise in etwa so passend wie Republikaner die Monarchie. Sie rufen nach Reformbedarf. ”Das ist ein archaischer Preis”, sagt Aant Elzinga, emeritierter Professor an der Universität Göteborg. Als Alfred Nobel starb, wurde Forschung noch von Tüftlern betrieben, die alleine im stillen Kämmerlein eine große Entdeckung machten”, so Elzinga. Heute hingegen arbeiten Naturwissenschaftler in Gruppen, die wiederum Teil von Konsortien wie dem Kernforschungszentrum CERN sind, die aus mehreren tausend Leuten bestehen können. ”Das sind viele Menschen, die über Ländergrenzen hinweg an Projekten arbeiten. Durch den Nobelpreis geehrt werden dürfen aber maximal drei Leute, damit gehen viele leer aus”, sagt Elzinga.


KOPENHAGEN. Es ist ein seltsames Zusammentreffen: am kommenden Freitag, 24. August, wird sowohl bekanntgegeben, wie das Strafmaß gegen den norwegischen Terroristen Anders Behring-Breivik ausfällt als auch, wer dänische Kulturhauptstadt werden wird. Auf der einen Seite der Feind der offenen Gesellschaft, auf der anderen Seite der Einsatz für eben diese europäischen Ideale. Damit sei über den Attentäter vom 22. Juli 2011 erst einmal genug gesagt.

Die dänische Entscheidung fällt zwischen Aarhus und Sønderborg, wobei letztere den europäischen Gedanken besonders hervorhebt. Denn das Städtchen hat sich mit Flensburg einen Partner südlich der Grenze gesucht.

Während vielerorts die Befürchtung herrscht, Europa könnte zerbrechen, will die deutsch-dänische Grenzregion das Gegenteil beweisen. Mit Flensburg und Sonderburg (Sønderborg) kämpfen zwei ehemals zerstrittene Nachbarn darum, gemeinsam Europäische Kulturhauptstadt 2017 zu werden. In dem Jahr ist Dänemark wieder am Zuge und weil Sonderburg nur rund 30 000 Einwohner hat, tat es sich bei der Bewerbung mit der nahen und größeren deutschen Nachbarstadt zusammen, um gegen Aarhus – nach Kopenhagen Nummer zwei im Lande – das Rennen zu machen. Gemeinsam wollen die zwei Provinzstädte eine „Countryside Metropolis“ bilden und zeigen, dass nicht nur Großstädte attraktiv für Bürger und Investitionen sind und dort grenzüberschreitende Zusammenarbeit positive Effekte haben kann. In beiden Städten sitzen an zentralen politischen Positionen Personen aus der Minderheit des jeweiligen anderen Landes (dazu zählt der Flensburger Bürgermeister Simon Faber, den ich vergangenen Sommer für Focus interviewte).

Der deutsch-dänische Paarlauf ist neu: 1864 unterlag Dänemark in einer Schlacht nahe Sonderburg Deutschland und verlor das Gebiet an den südlichen Nachbarn, erst durch eine Volksabstimmung 1920 kam es wieder zum Königreich. In den Jahren danach sowie auch noch Jahrzehnte nach dem 2. Weltkrieg war das Verhältnis zwischen den Nachbarn problematisch. Nun pendeln viele Dänen zum Einkaufen ins erheblich billigere Deutschland und Flensburger suchen im wirtschaftlich prosperierenderen Süddänemark Arbeit. Hier funktioniert Europa noch.


KOPENHAGEN. In der Euro(pa)-Debatte fällt ein wenig auf, dass diese vielfach nahezu hysterisch geführt wird. Es gibt enorme Probleme, das stellt niemand in Frage. Aber werden diese besser angegangen, wenn gleich jedes noch so kleine Fünkchen – ob es Hoffnung sein mag oder potenziell brandgefährlich – panisch als neuer Brandherd ausgemacht wird?

Warum nicht einfach mal die missliche Lage beschreiben und gleichzeitig daraufhinweisen, dass es mit einem Kraftakt zu bewältigen ist? Europa ist eine reiche Region – reich an Geld (trotz allem) und auch am so genannten Humankapital. Der Kontingent ist nach zwei Weltkriegen moralisch und wirtschaftlich wieder aufgebaut worden wie es kaum jemand zu träumen gewagt hätte und da soll eine Finanzkrise nicht gemeinsam zu bewältigen sein? Den Eindruck vermitteln jedenfalls die mehr oder weniger nationalistischen Töne, die nun an vielen Stellen zu hören sind. Warum wird nicht häufiger herausgestellt, was Europa erreicht hat (wie es hier der spanische Schriftsteller Javier Cercas in der FAZ tut)?

Ähnlich lief es dieser Tage ab als von angeblichen schwedischen und finnischen Vorbereitungen zum Euro-Ausstieg bzw. -Ende berichtet wurde. Die Interpretationen von Politikerzitaten durch Journalisten ging wohl etwas weit und es wurde der Feuerteufel an die Wand gemalt. Stattdessen könnten Schweden und Finnland auch als Beispiel dafür herhalten, dass Finanzkrisen zu bewältigen sind. Dazu hier von mir ein Kommentar für den WDR. Noch viel interessanter: die damaligen Krisen und deren Bewältigung genauer anzuschauen (dieses Arbeitspapier vom DIW ist dafür ein guter Start). Letztlich ist es bei Menschen in Massen (also Staaten) und Politikergruppen wohl genauso wie bei Individuen, wenn es um ganz Persönliches geht: Nur aus selbst gemachten Fehlern und Krisen, durch die man selber geht, lernt man wirklich. Von daher war diese Krise vielleicht kaum zu verhindern.


KOPENHAGEN. Deutsche Landtagswahlen sind in Dänemark üblicherweise kein allzugroßes Thema, dass das Ergebnis einer solchen per Eilmeldung verschickt wird, ist entsprechend ungewöhnlich. Doch gerade (18.15 Uhr) erreichte mich eine SMS sowie E-Mail der Zeitung “Jyllands-Posten” mit der Nachricht “Katastrofevalg for Merkel“. Das bedarf wohl keiner Übersetzung ins Deutsche. Natürlich wissen auch die dänischen Journalisten, das in NRW nicht Merkel zur Wahl stand, aber “Jyllands-Posten” setzte sich vorab damit auseinander, was eine Niederlage der CDU für die Kanzlerin und womöglich auch die Europa-Politik bedeuten könnte (nichts Gutes, schreibt das Blatt hier). Schön, dass Europa allmählich auch in dänischen Medien mehr und mehr ein Thema wird, bleibt abzuwarten, ob nun auch verfolgt wird, was für Konsequenzen wirklich folgen, denn dass SPD geführte Bundesländer nun die Europa-Politik Merkels völlig durchkreuzen, ist wohl nicht zu erwarten.


KOPENHAGEN. Angela Merkel ist derzeit die starke Frau in Europa, so sieht es auch die ausländische Presse. Und Deutschland ist einmal mehr die starke Wirtschaft. Beides spielt bei der derzeitigen Krise eine große Rolle und ist Anlass für den Leitartikler der Zeitung Dagens Nyheter schwedischen Schülern zu empfehlen wieder mehr Deutsch zu lernen. (Dank an Kollege Gunnar Herrmann über dessen tweet ich auf den Leitartikel stieß).


KOPENHAGEN. Sparen, sparen, sparen – wohl selten sind diese Worte so häufig gehört worden wie derzeit. Die Euro-Krise soll bewältigt werden und Ausgabenkürzungen scheinen da vielen unabdingbar. Ähnlich sieht das auch die dänische EU-Ratspräsidentschaft. Nur 35 Mio. Euro sind für die kommenden sechs Monate veranschlagt – weniger als ein Drittel des Budgets von Vorgängerland Polen. Symbolisch für die dänische Sparwut steht kaltes klares Wasser. Statt Mineralwasser aus teuren Minifläschchen gibt es “postevand” (Leitungswasser) aus der Karaffe. Dazu heute aktuell ein Artikel in Die Welt und natürlich auch online.


KOPENHAGEN. Vor kurzem berichtete ich an dieser Stelle über den von der EU geförderten Skilift auf Bornholm und wies auf unseren Text in Die Welt hin. Nun hat die dänische Jyllands-Posten das Thema aufgegriffen und in Dänemark, aufbauend auf unserem Artikel, weiter recherchiert. Die Ergebnisse sind bei JP online hier zu lesen.

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