Nun will er doch nochmal ran auf Island


Island macht auf sich aufmerksam: Der Vulkan Eyjafjallajökull mit Aschewolke 2010. Foto: Bomsdorf
Island macht auf sich aufmerksam: Der Vulkan Eyjafjallajökull mit Aschewolke 2010. Foto: Bomsdorf

VENEDIG. Gut drei Wochen ist es her, da brach auf Island mal wieder eine Krise aus – diesmal eher politisch denn wirtschaftlich. Der Premierminister Sigmundur David Gunnlaugsson sah sich zum Rückzug gezwungen, weil er offshore-Verbindungen seiner Frau – Konten mit Bonds der isländischen Banken über deren Zukunft der Regierungschef verhandelt hatte – verschwiegen hatte. Nicht nur das, er hatte bis er Abgeordneter wurde, die Hälfte davon besessen (Details hier in meinem Artikel für Zeit online und hier im Blog).

Nun wiederholt sich auf Island ein weiteres Mal ein Part der Geschichte – angesichts der Krise hat Präsident Olafur Ragnar Grimsson angekündigt Weiterlesen

Mach’s nochmal, ORG


LONDON. Nun hat er es also doch noch einmal geschafft: Olafur Ragnar Grimsson (ORG) ist gestern als islaendischer Staatschef wiedergewaehlt worden (heute fallen die Umlaute einmal aus, da ich auf britischer Tastatur schreibe). Am Ende fiel das Ergebnis mit ueber 50 Prozent deutlich ueberraschend fuer ihn aus, Konkurrentin Thora Arnorsdottir kam nur auf rund 33 Prozent, allerdings muessen ein paar Stimmen immer noch ausgezaehlt werden. Grimssons Sieg laesst erwarten, dass das Parlament ein starkes Gegengewicht bekommt und die EU-Gegner Aufwind.

Mehr dazu war schon meinen Vorberichten zu entnehmen. Hier ist der Artikel zu lesen, den ich anlaesslich der Wahl fuer Die Welt schrieb, ein weiterer erschien in der Welt am Sonntag sowie einer in der Financial Times Deutschland (nur in der Printausgabe).

Der Versuch der jungen Dame


Herausforderin Thora Arnorsdottir mit Hindernisparcours. (Foto: Bomsdorf)
Herausforderin Thora Arnorsdottir mit Hindernisparcours. (Foto: Bomsdorf)

REYKJAVÍK. Vielleicht wird auch Joachim Gauck einmal diesen Hindernislauf machen müssen: Ein Slalomparcours aus Kunststoffbällen, Förmchen und Kinderfahrrädern; auf die Steinplatten sind mit bunter Kreide mehr oder weniger erkennbare Figuren gezeichnet. Die Kinder von Thora Arnorsdottir haben hier ihr Revier markiert. Drinnen geht es ähnlich unaufgeräumt weiter. Hinge da nicht dieses Plakat im Fenster, es wäre einfach das Haus einer ganz normalen Patchwork-Familie, die wegen der sechs Kinder die alltägliche Aufräumarbeit ein wenig vernachlässigen muss.

Der Name der Hausherrin und darunter „zur Präsidentin von Island 2012“ steht auf dem türkisen Poster. Arnorsdottir ist eine der sechs Kandidaten für die Präsidentschaftswahlen am kommenden Samstag. Und die einzige, die gegen Amtsinhaber Olafur Ragnar Grimsson eine Chance hat. Anders als dieser will sie das Land versöhnen statt spalten und die Präsidentenrolle ganz klassisch unpolitisch ausfüllen. Für die Welt am Sonntag habe ich Thora Arnorsdottir in Reykjavík besucht, der Artikel (der natürlich auch Einblicke in Island nach der Krise und die Pläne ihres Gegners Olafur Ragnar Grimsson gibt) kann hier online gelesen werden.

Thora vor?


REYKJAVÌK. Für den Focus habe ich schon ein Kurzporträt von ihr geschrieben (nur im gedruckten Heft). Thora Arnorsdottir. Sie ist die chancenreiceh Herausforderin des amtierenden isländischen Präsidenten Olafur Ragnar Grimsson. In gut fünf Wochen wird gewählt. Bisher haben Umfragen stets ihr den Sieg vorhergesagt. Wer den Focus nicht hat, findet auf der Homepage der Kandidatin mehr Informationen über sie (dann aber natürlich aus ihrer PR-Feder).