Kein Profit mit Nuklearwaffen – NGO lobt norwegischen Ölfonds


PAX und ICAN bitten: "Don't Bank on the Bomb". Der norwegische Ölfonds macht's vor. (Bild: Pax)
PAX und ICAN bitten: „Don’t Bank on the Bomb“. Der norwegische Ölfonds macht’s vor. (Bild: Pax)

Nachhaltiges Investieren ist in letzter Zeit ein großes Thema geworden. Dabei geht es nicht nur um ökologische Kriterien, sondern auch andere Vorgaben, die dazu beitragen sollen, dass das eigene Geld die Welt nicht schlechter macht, um es einmal so plakativ auszudrücken. Laut Verbraucherzentrale Bremen (Daten von 2017) wollen 75 % das Geld ihrer Altersvorsorgeprodukte nicht für die Rüstungsindustrie hergeben. Auch der norwegische Ölfonds hat sich ethische Richtlinien gegeben, die unter anderem Profit mit Nuklearwaffen ausschließen. Dazu gehören auch Hersteller, die Produkte anbieten, die für die Atomwaffennutzung gedacht sind. Damit boykottiert der Fonds unter anderem die Flugzeughersteller Airbus und Boeing (Details sowie andere Unternehmensnamen auf der schwarzen Liste bei NBIM).

Die Nichtregierungsorganisation PAX hat gerade ihren jährlichen „Don’t Bank on the Bomb“ herausgebracht, indem analysiert wird, wie Investoren mit  Nuklearwaffen Geld verdienen. Während etliche Banken Kritik einstecken müssen, wird der norwegische Ölfonds lobend erwähnt. Eben weil er nicht nur die Atombombenhersteller selber, sondern ebenfalls verbundene Produzenten ausschließe (so erst kürzlich).

Blick auf den Osloer Hafen mit den Rathaustürmen. (Foto: Bomsdorf)
Blick auf den Osloer Hafen mit den Rathaustürmen. (Foto: Bomsdorf)

Den Bericht publiziert PAX übrigens nicht alleine, sondern zusammen mit ICAN (International Campaign to Abolish Nuclear weapons). Der Name kommt bekannt vor? Kein Wunder, ICAN hat 2017 den Friedensnobelpreis erhalten – in der norwegischen Hauptstadt Oslo.

Als Privatinvestor können Sie ebenfalls versuchen, Ihr Geld Waffenproduzenten zu entziehen. Das geht, indem Sie keine Aktien dieser Unternehmen kaufen. Wenn Sie mit ETFs investieren, müssen Sie ganz einfach darauf achten, die Varianten zu kaufen, die auf ethische Versionen von Indizes setzen. Der Indexanbieter MSCI, auf den sich viele ETFs beziehen, kennzeichnet diese mit dem Kürzel SRI.

Sind Sie neugierig geworden, was es noch so für Möglichkeiten gibt, nachhaltig zu investieren, wie es die Norweger machen? Mehr erfahren Sie in meinem Buch, das am 12. April bei Campus erscheint. Bleiben Sie auf dem Laufenden, indem Sie hier meinen Newsletter abonnieren.

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Norway: One Trillion


Ein Mercedes für alle Norweger? Im Ölfonds wäre mehr als genug Geld dafür. (Foto: Bomsdorf)
Ein Mercedes für alle Norweger? Im Ölfonds wäre mehr als genug Geld dafür. (Foto: Bomsdorf)

BERLIN. Eine Billion US-Dollar, diesen auch in Ziffern geschrieben (1.000.000.000.000) schier unvorstellbar hohen Betrag erreichte der norwegische Ölfonds gestern, am 19. September 2017. In das Investmentvehikel des norwegischen Staates fließen seit rund 20 Jahren die Einnahmen aus dem Geschäft mit Öl- und Gas des nordeuropäischen Staates. Nunmehr sind es pro Kopf der Bevölkerung rund 190 000 US Dollar (bei 5,28 Millionen Einwohnern laut Statistikbehörde SSB, Stand: 30. Juni 2017).

Das liegt am stetigen und wohl durchdachten Investieren der Norweger, aber auch daran, dass die US Währung in letzter Zeit so schwach ist. Damit ist das international in Aktien, Anleihen und Immobilien investierte Geld in Dollar gerechnet mehr wert als wenn die Währung stärker wäre.

Der Fonds berechnet die Performance normalerweise aber in einem Währungskorb und das Volumen wird üblicherweise in Norwegischen Kronen angegeben – schließlich ist das Geld für die norwegischen Bürger angelegt. Zum Halbjahresbericht gab der Fonds erst im August bekannt, dass seit Auflage eine jährliche durchschnittliche Rendite von 5,9% erzielt worden sei. Da würde sich so mancher Sparer ziemlich drüber freuen.

Über die Jahre habe ich mehrere Manager des nunmehr Billionen schweren Fonds informiert und Dutzende von Artikeln darüber geschrieben. Eine Auswahl: