Öl-Gemälde für Norwegen


KOPENHAGEN. Über den norwegischen Ölfonds habe ich bereits viel geschrieben, zuletzt hier in Die Welt. Vor der Küste des Landes lagern umfangreiche Öl- und Gasvorkommen, deren Ausbeutung das relativ bevölkerungsarme Land sehr reich gemacht hat. Während fast der komplette Rest Europas in Schulden versinkt, erwirtschaftet der norwegische Staat Überschüsse, die via Ölfonds im Ausland angelegt werden. Die Strategen des Fonds kaufen Aktien, Festverzinsliches und neuerdings auch Immobilien. Was bisher nicht auf der Einkaufsliste steht, ist Kunst. So grundauf verschiedene Politiker wie der Sozialdemokrat Trond Giske und der rechtsliberale Populist Carl I. Hagen haben schon vorgeschlagen, dass der Fonds auch Kunst kaufen solle. Ich hielt das lange für eine schlechte Idee, habe meine Meinung aber geändert, sofern es sich für den Kunstmarkt um relevante, für den Ölfonds aber kleine Summen handelt (selbst 1 Prozent des Fondswertes würde derzeit rund 4 Mrd. Euro ausmachen – es ist also möglich, diese Bedingung zu erfüllen). Für die norwegische Publikation Kunstkritikk schrieb ich einen Gastbeitrag und argumentierte für den Einsatz von Öl-Geldern für die Kunst, hier auf Norwegisch zu lesen.

Anders als der Schriftsteller Erik Fosnes Hansen, der heute in Aftenposten schrieb, Der Schrei hätte wieder nach Norwegen gekauft werden sollen, bin ich nicht der Meinung, das Bild hätte wieder in Norwegen landen sollen. In norwegischen Museen gibt es bereits drei Versionen des Schrei, da ist es doch sinnvoller, die vierte kommt ins Ausland und weckt so dort das Interesse an Munch und großer Kunst.

Schrei-Käufer enthüllt Dank Twitter?


KOPENHAGEN. Nicht nur vor der großen Munch-Auktion wurde spekuliert, dass Katar Edvard Munchs „Der Schrei“ kaufen will. Auch nach der 120-Mio. Dollar Auktion bei Sotheby’s hieß es – gemeldet von dpa – bald, Katar habe gekauft. Doch nun berichtete gestern die norwegische Zeitung Aftenposten es sei mitnichten das dortige Königshaus, sondern das Getty Museum. Ich twitterte einen Link zu dem Artikel und mein Tweet wurde daraufhin vom Getty Museum als Favorit gekennzeichnet – ein Eingeständnis, dass sie das berühmte Bild wirklich ersteigert haben?

Nach Deutschland – des Rauchens wegen


OSLO. Zugegeben, das Bild hier ist in Nord-Norwegen entstanden, aber es war heut morgen im überfüllten Frühstücksraum des Hotels in Oslo, wo ich las, dass es für Norweger einen Grund mehr gäbe, nach Deutschland zu reisen: die relativ laxen Rauchvorschriften. Während in Europa kaum ein Land strengere Anti-Raucher-Regeln hat als Norwegen, nimmt Deutschland diesen Platz invertiert ein. In kaum einem Land in Europa werde man beim Rauchen so wenig eingeschränkt wie in Deutschland, schreibt heute Aftenposten und empfiehlt Freunden liberaler Raucherpolitik eine Tour nach Deutschland.

Ausgeraucht - leere Zigarettenschachtel in Vardø. (Foto: Bomsdorf)
Ausgeraucht - leere Zigarettenschachtel in Vardø. (Foto: Bomsdorf)

Munch mal wieder


KOPENHAGEN. Lotte Sandberg, die Kulturkommentatorin von Norwegens größter Zeitung Aftenposten, widmet sich heute in einem ganzseitigen Artikel den Problemen beim Munch Museum. Als Beweis dafür, wie wenig die Stadt Oslo sich darum bemüht hat, einen geeigneten neuen Chef für das Munch Museum zu finden, führt Sandberg meine zugegebenermaßen recht simple Recherche für The Art Newspaper an: auf meine Nachfrage gab der Headhunter an, außer in Norwegen nur in einer dänischen und einer schwedischen Zeitung die Stellenanzeige aufgegeben zu haben. Dabei hatte es noch geheißen, man wolle wirklich international suchen. Manchmal lassen sich Politikerbehauptungen mit wenig Aufwand entkräften. Lotte Sandbergs Kommentar gibt es online hier zu lesen.

Über die Krise beim Munch Museum schrieb ich hier bereits sowie für art und mehrfach The Art Newspaper, einen Kommentar von mir gibt es auch bei der online-Ausgabe des norwegischen Museumsmagazins Museumsnytt (på norsk).