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KOPENHAGEN. Wenn aus Bankgeldern ein Privatmuseum finanziert wird, ist das zunächst einmal Grund zur Freude. Wenn die Bank dann aber Pleite geht, sieht das anders aus. So in etwa ist es nun in den Niederlanden geschehen, wo das Scheringa Museum wegen Finanzproblemen nun Bilder verkaufen muss. Morgen kommen diese bei Christie`s in Amsterdam unter den Hammer. Dabei sind neben Arbeiten von Duane Hanson und Tim Eitel u.a. auch 18 Gemälde des Dänen Michael Kvium im Angebot. In seiner Heimat ist er seit den Neunzigern ein bekannter Name, im Ausland aber ist Kvium trotz Teilnahme an Ausstellungen in Düsseldorf und Berlin, nie groß rausgekommen. Dementsprechend sind die Schätzpreise recht niedrig und streifen die fünfstelligen Summen nur knapp, wie die Übersicht bei Christie`s zeigt.

 

 


REYKJAVÍK/BASEL. Island hat eine kleine, aber lebendige Kunstszene (darüber schrieb ich bspw. kürzlich für artnet und schon früher u.a. für art, The Art Newspaper und Rheinischer Merkur – als es diesen noch gab), gemessen an der Größe des Landes ist aber Einiges los, so viel, dass wie in großen Städten ausgewählt werden muss, was man sich anschaut.

Anders sieht das bei der kommerziellen internationalen Galerienszene des Landes aus, die besteht lediglich aus i8. Keine andere isländische Galerie nimmt an den großen Kunstmessen teil oder hat so viel Kundschaft außerhalb des Landes wie die Galerie von Börkur Arnarson.  Am Rande des Reykjavík Arts Festivals 2012 interviewte ich ihn kürzlich, jetzt ist er in Basel auf der dortigen Kunstmesse, wo ich ihn auch traf und mir das Ergebnis von Ragnar Kjartanssons Beitrag zur Venedig Biennale 2009 anschaute, das i8 gemeinsam mit Luhring Augustine aus New York bei Art Unlimited ausstellte. Bei artnet erschien soeben mein Interview mit Börkur Arnorson, in dem es natürlich auch um Kjartansson geht.


Vilhelm Hammershøi (1864 - 1916) Stående nøgen kvinde Statens Museum for Kunst 1909-10

Vilhelm Hammershøi (1864 – 1916) Stående nøgen kvinde Statens Museum for Kunst

KOPENHAGEN.

Der Däne Vilhelm Hammershøi gilt als Meister des stillen Interieurs, Stadtansichten sind ebenso seine Stärke. Die dänische Nationalgalerie setzt ihn jetzt in Kontext zu europäischen Zeitgenossen und versammelt eine Menge hochklassiger Kunst, doch leider widerspricht der Ausstellungsaufbau Hammershøis Qualitäten. Statt Stille herrscht Reizüberflutung. 

Bonnard, Khnopff, Munch, Carriére – die Nationalgalerie hat Arbeiten von sehr bedeutenden Zeitgenossen leihen können. Doch weil der Gedanke der Ausstellung nicht klar wird, wirkt diese Zusammenstellung ein wenig wie Namedropping. Dabei können auch kurze Hinweise manchmal ausreichen, um die Ausstellungsbesucher nicht im Unklaren zu lassen – das zeigten zum Beispiel die Kuratorinnen Christine Heidemann und Anne Kersten mit der gerade zu Ende gegangene Ausstellung Belvedere. Warum ist Landschaft schön?“ im arpmuseum Bahnohof Rolandseck. Meine komplette Ausstellungskritik ist jetzt bei art online zu lesen.  

Ein Teil der ausgestellten Gemälde des Dänen wird am 11. Juni bei Sotheby’s in London für sechstellige Summen versteigert werden.

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