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KOPENHAGEN. In der Euro(pa)-Debatte fällt ein wenig auf, dass diese vielfach nahezu hysterisch geführt wird. Es gibt enorme Probleme, das stellt niemand in Frage. Aber werden diese besser angegangen, wenn gleich jedes noch so kleine Fünkchen – ob es Hoffnung sein mag oder potenziell brandgefährlich – panisch als neuer Brandherd ausgemacht wird?

Warum nicht einfach mal die missliche Lage beschreiben und gleichzeitig daraufhinweisen, dass es mit einem Kraftakt zu bewältigen ist? Europa ist eine reiche Region – reich an Geld (trotz allem) und auch am so genannten Humankapital. Der Kontingent ist nach zwei Weltkriegen moralisch und wirtschaftlich wieder aufgebaut worden wie es kaum jemand zu träumen gewagt hätte und da soll eine Finanzkrise nicht gemeinsam zu bewältigen sein? Den Eindruck vermitteln jedenfalls die mehr oder weniger nationalistischen Töne, die nun an vielen Stellen zu hören sind. Warum wird nicht häufiger herausgestellt, was Europa erreicht hat (wie es hier der spanische Schriftsteller Javier Cercas in der FAZ tut)?

Ähnlich lief es dieser Tage ab als von angeblichen schwedischen und finnischen Vorbereitungen zum Euro-Ausstieg bzw. -Ende berichtet wurde. Die Interpretationen von Politikerzitaten durch Journalisten ging wohl etwas weit und es wurde der Feuerteufel an die Wand gemalt. Stattdessen könnten Schweden und Finnland auch als Beispiel dafür herhalten, dass Finanzkrisen zu bewältigen sind. Dazu hier von mir ein Kommentar für den WDR. Noch viel interessanter: die damaligen Krisen und deren Bewältigung genauer anzuschauen (dieses Arbeitspapier vom DIW ist dafür ein guter Start). Letztlich ist es bei Menschen in Massen (also Staaten) und Politikergruppen wohl genauso wie bei Individuen, wenn es um ganz Persönliches geht: Nur aus selbst gemachten Fehlern und Krisen, durch die man selber geht, lernt man wirklich. Von daher war diese Krise vielleicht kaum zu verhindern.


Euro-Power gefällig? Wahlurne bei dem Stand der Folkpartiet. (Foto: Bomsdorf)

Euro-Power gefällig? Wahlurne bei dem Stand der Folkpartiet. (Foto: Bomsdorf)

STOCKHOLM. Rein oder nicht, das ist in Schweden derzeit keine Frage. Im aktuellen Wahlkampf wird ein möglicher Beitritt zur europäischen Währungsunion nicht thematisiert. Die beiden Blöcke sind intern zerstritten und haben sich jeweils darauf geeinigt, erstmal alles beim Alten zu belassen. Also wird egal wer gewinnt in der kommenden Legislaturperiode der Weg Richtung Euro nicht eingeschlagen. Die liberale Folkpartiet (Fp) – Teil der amtierenden Koalition unter Ministerpräsident Fredrik Reinfeldt – hingegen will die Gemeinschaftswährung, spricht darüber aber nicht groß.

Immerhin an einem der vielen Fp-Stände, an denen ich dieser Tage vorbeikam, stand demonstrativ eine transparente Wahlurne. Indem sie Batterien bei “Ja” oder “Nej” einwarfen, konnten die Vorbeigehenden ihren Kommentar abgeben. Die Ja-Seite überwog und die Stimmabgabe – obwohl gut platziert auf dem Weg von Universität zu U-Bahn – war während ich vom Rande aus zuschaute äußerst verhalten. Selbst bei Jungakademikern, von denen einige angehende Ökonomen oder Politologen sein dürften – ist der Euro derzeit halt kein großes Thema.

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