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KOPENHAGEN. Ok, let’s write it in English. COPENHAGEN. It is impossible not to be aware of: Damien Hirst opens a huge (what else?) show in London (Tate off course), just weeks after he showed his spot paintings in all branches of the Gagosian gallery chain. If I remember right I saw a work by him for the first time at Astrup Fearnley in Oslo, but it might also have been in Cologne. However, while London is preparing for this huge show his biggest spot painting is hanging in Copenhagen, Denmark. And almost nobody knows. An autumn day last year Danish, but London based collector and heiress Jytte Dresing took Jay Jopling and Damien Hirst to Copenhagen in order to donate the world’s so far biggest spot painting to the Arken museum, located just outside Copenhagen. Unfortunately people cared much less than the patron and the museum probably had hoped and despite me no international journalist came to the presentation of the piece. Well, you can think what you want about that work, but it was a theatrical presentation Dresing gave when entering the room accompanied by two of the most powerful man in the art world (who did walk half a meter behind here at least it seemed to me like that, each was on one of her sides). Pity, Michel Houellebecq was not there.

However, in The Art Newspaper we had only very little space to announce this donation. After all it is one of thousands. But fortunately I could write a longer story for German art, which can be read here.


KOPENHAGEN. Die norwegische Band a-ha spielte kürzlich beim Gedenkkonzert für die Opfer der Terrorattacken in Norwegen am 22. Juli. Eigentlich hatte Magne F., wie sich Magne Furuholmen von a-ha als bildender Künstler nennt, am morgigen 1. September mit einer Einzelausstellung die neue Galerie Stolper + Friends in Oslo eröffnen wollen. Die Arbeiten, die er dort zeigen wollte, nahmen Ausgang in einem Krankenhausaufenthalt und waren teilweise auf Leinen von Krankenhausbetten gemalt. Dies so kurz nach dem 77mal tödlichem Terror von Norwegen zu zeigen, hielt der Künstler für unpassend und sagte die Schau ab. Stattdessen wird nun eine Damien Hirst Ausstellung die Galerie eröffnen. Statt Hai in Formaldehyd gibt es friedlichere Schmetterlingsbilder zu sehen. Hier dazu mein Bericht bei The Art Newspaper.


Surrends jüngste Aktion - Übersetzung? Gibt´s online bei The Art Newspaper. (Foto: Surrend)

KOPENHAGEN. Kann man mit Kunst heute noch provozieren? Erregen die Blutorgien eines Hermann Nitsch, die formaldehydgetränkten Lebewesen eines Damien Hirst, die in Mixern schwimmende Fische eines Marco Evaristti beim Kunstpublikum wirklich noch Aufmerksamkeit? Oder muss man Zeichnungen wie Kurt Westergaard produzieren oder Bücher wie Thilo Sarrazin, um Reaktionen hervorzurufen (die sich dann weniger um Inhalte drehen als um Plakatives)? Dem Künstlerduo Surrend aus Dänemark ist es in den vergangenen Jahren jedenfalls immer wieder gelungen Aufmerksamkeit durch Provokation zu erregen. Manchesmal ergab sich darauf sogar eine qualifizierte Diskussion und nicht nur ein Aufschrei. In Österreich plakatierten sie “Erschießt Putin” als ebendieser dort vor Ort war, doch das war nur vordergurndig ein Imperativ, denn klein hieß es auf dem Plakat “Journalisten?” – kurz zuvor war Anna Politkowskaja ermordet worden. In Österreich stellte Surrend die Frage, ob Putin oder sein Umkreis in der Lage wären, solch einen Mordauftrag zu vergeben. Ähnlich plakative Motive befassten sich mit dem Kaaba, dem Heiligtum des Islam, der NPD und dem iranischen Staatspräsidenten. Es geht Surrend stets nicht darum, den Vorwurf zu debattieren. Das überlassen sie anderen. Surrend will nur der Stein des Anstoßes sein.

So auch im Frühjahr in Berlin als sie Plakate mit einer vertrauten Landkarte aufhingen. Diese zeigten ein schmales, nach Süden spitz zulaufendes Land. Dank der charakteristischen Form ist Israel eindeutig zu erkennen. Doch der Staat trägt den Namen Ramallah. Bei genauerem Hinsehen sind Heerscharen von „Ramallah“ zu sehen – jeder Ort in Israel bekam den Namen der provisorischen palästinensischen Hauptstadt. „Endlösung“ steht über der Landkarte.  Surrend hatte den größten Skandal seit Gründung erreicht. Ihre Arbeit wurde in allen führenden Feuilletons diskutiert. Und angesichts des heiklen Israel-Themas waren sich plötzlich auch überzeugte Surrend-Fans nicht mehr sicher, ob deren Plakatkunst noch bejubelnswert sei.  Wahlweise wurde Surrend nun vorgeworfen, das Existenzrecht Israels in Frage zu stellen oder sie wurden dafür gelobt, aufgezeigt zu haben, dass die Auslöschung Israels noch immer drohe.

Doch den beiden ging es vorgeblich um etwas anderes. „Wir wollten den in Deutschland gängigen Mechanismus aufzeigen, dass auf Kritik an Israel stets mit Antisemitismus-Vorwürfen reagiert wird“, sagt Bertelsen. Es sind solche Sätze, die einen an Surrend verzweifeln lassen. Denn wer die deutschen Medien liest, dem kann nicht entgehen, dass Israel-Kritik vorkommt, ohne entsprechende Reaktionen auszulösen. Allenfalls wenn die Auseinandersetzung mit der israelischen Politik auf satirische Weise geschieht und mit dem Holocaust in Verbindung gebracht wird, ist das ein Tabu. Weil Surrend so vorgeht, wird ihnen Antisemitismus vorgeworfen. Doch die beiden beharren darauf, dass Israel-Kritik in Deutschland nicht ohne weiteres möglich sei und erwecken deshalb den Eindruck, selber Vorurteilen zu erliegen.

Schon bald kann sich jeder selber ein Bild von Surrend und deren Aktionen machen: Ab Oktober zeigt das dänische Plakatmuseum in Århus die erste Retrospektive der Künstler. Schon jetzt gibt es in der aktuellen Ausgabe von art ein Porträt der beiden von mir (nicht online, also bitte das Heft kaufen..) und bei The Art Newspaper habe ich über ihre neuste Aktion in Spanien berichtet.

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