Warum sagt Danske nicht Danke?

KOPENHAGEN. Die Deutsche Bank hat gerade immense Image-Probleme. Damit steht sie im Finanzsektor nicht allein. Es geht um problematisches, zum Teil womöglich sogar illegales Verhalten und den Umgang mit den Skandalen. Auch in Dänemark gibt es für die größte Bank jede Menge Schelte. Danske Bank hat nicht nur vor der Finanzkrise versucht ganz weit (und vielleicht sogar zu weit) vorne mitzumischen, sondern so wie jetzt die Deutsche Bank wegen eines Telefonanrufs in der Kritik ist, versteht auch Danske Bank die Regeln des Marktes mündigen Verbrauchers anscheinend nicht. Wegen der aktuellen Werbekampagne, bei der Bilder der Occupy-Bewegung auftauchten – bis diese nach Protesten entfernt wurden – befindet sich das Image von Danske Bank auf dem gleichen Weg wie das der Deutschen Bank: in die Rezession. Zum Thema habe ich für The Wall Street Journal Eivind Kolding, den Vorstandsvorsitzenden von Danske Bank, interviewt, den Artikel gibt es auch auf Deutsch (ich schrieb auf Englisch, die Übersetzung stammt nicht von mir).

Danske wird auch dafür kritisiert, Staatshilfe angenommen zu haben und nun aber zu sagen, diese habe man gar nicht gebraucht. Das lässt den Ökonom annehmen, auf den Staat zu setzen war einfach die preiswertere Lösung  – für marktwirtschaftlich orientiertes Unternehmen ist das kein guter Stil. Von dänischen Medien ausgegrabene Zitate deuten aber daraufhin, dass man bei Danske Bank damals doch sehr froh war, Kredit vom Staat zu bekommen. Dann aber wäre ein Danke angebracht. AIG aus Amerika macht vor wie’s geht.

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