Kulturbau am Wasser, einmal mehr

OSLO nähert man sich am besten vom Wasser her, mit der Fähre aus Kiel oder Dänemark kommend. Schon eine gute halbe Stunde, bevor das Boot am Terminal festmacht, ist die bescheidene Skyline von Deck aus zu sehen und wird erkennbar, wie die Natur Oslos Stadtbild prägt. Die Landschaft ist wie ein Kessel geformt, in dessen Grund das Stadtzentrum liegt. Im Osten steigt der Ekeberg empor und im Westen der Holmenkollen mit der berühmten Skisprungschanze – das aktuelle, im März 2010 eröffnete Modell hat JDS aus Kopenhagen entworfen. Holmenkollen und Ekeberg gehören zu den teuersten Wohngegenden der Stadt. Moderne Architektur ist hier eher selten, ältere Einfamilienhäuser dominieren das Bild. Beide Berge sind – mit viel Wald und guter Aussicht versehen – gleichzeitig Naherholungsgebiet.

Eingang zum Astrup Fearnley Museum (Foto: Bomsdorf).
Eingang zum Astrup Fearnley Museum (Foto: Bomsdorf).

So pflegte ich bis vor kurzem gerne das Stadtbild von Oslo einzuleiten. Nun aber ist an der Hafenfront so viel gebaut worden, dass von Little New York gesprochen werden könnte. Glitzernde, wenngleich im Vergleich zu den USA niedrige, Bürotürme ragen in den Himmel und im Osten in Verlängerung von Aker Brygge steht oder besser gesagt liegt flach neuerdings der vom Büro Renzo Pianos entworfene Neubau des privaten Astrup Fearnley Museums (eine erste kurze Meldung dazu von mir bei The Art Newspaper hier).

Die zwei Gebäude, die bisher bei der Einfahrt in den Hafenm auffielen bekommen damit Konkurrenz: in Pipervika, der westlichen Hafenbucht, das dunkelrote Rathaus und in der östlichen, Bjørvika, die schneeweiße Oper. Mit seiner monumentalen Architektur und der Schwere, die der dunkle Stein ausstrahlt, steht das von Arnstein Arneberg und Magnus Poulsson 1930 entworfene, aber erst 1950 fertig gestellte Rathaus für das alte Oslo. Die aus Carrara-Marmor gebaute Oper des Büros Snøhetta hingegen liegt wie ein steinerner Eisberg am Ufer des Oslofjords und symbolisiert den Aufbruch in neue architektonische Zeiten.

Zum neuen Bau von Renzo Piano bald mehr.

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