Dänemark – Hellas des Nordens?

KOPENHAGEN. Um es vorwegzunehmen, Dänemark ist weit von den finanziellen Problemen Griechenlands entfernt und gehört zu den Ländern Europas, über die sich die Politik angesichts der Krise wohl geringere Sorgen machen muss. Mehr dazu beispielsweise im aktuellen Länderbericht Dänemark der OECD.

Doch Dänemark hat ein Problem, dass Griechenland besonders plagt: Bürger und Unternehmen des Landes stehen beim Staat massiv in der Kreide. Rund 10 Mrd. Euro schulden sie Kopenhagen – nicht gezahlte Steuern, Parkbußen und dergleichen. Das ist viel Geld und realistisch gesehen lässt sich nur die Hälfte eintreiben. So wie Unternehmen immer wieder damit rechnen müssen, das ein Teil der Forderungen ausbleiben, weil Kunden Pleite gehen, betrügen o.ä. müssen das auch Kommunen und Staaten. Völlig ausgeschlossen werden kann das nie, doch der hohe dänische Betrag verwundert. Selbst ein so effizienter Staat wie der nordeuropäische kann also noch besser werden. Gleichzeitig kann davon ausgegangen werden, dass es in Deutschland oder Frankreich womöglich gar nicht so anders aussieht. Mit dem Unterschied, dass es dort keine zentrale Stelle gibt, die alle Schulden (also eben nicht nur Steuerschulden, sondern auch Parkbußen und ähnliches) eintreiben soll. Denn nur, weil es seit 2006 der dänische Staat ist, der sich um all diese Gelder kümmert, ist die Gesamtsumme überhaupt bekannt. Woanders mag diese also viel höher liegen, nur weiß davon niemand.

Zum Thema ein Text von mir in der Financial Times Deutschland und online hier.

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