Ein wiederkehrender (Alb)Traum

LONDON. Von der Frankfurter Buchmesse zur Kunstmesse Frieze nach London zu reisen ist wie zu besten Zeiten von Karstadt zu Kaufhof zu gehen – Gedränge hier wie dort. Dazwischen in London natürlich jede Menge spannende Kunst, auf die zu konzentrieren sich schwerfällt bei soviel Leuten drumherum (und es geht hier nicht darum, dass ständig jemand gegrüßt werden soll, sondern einfach darum, dass ständig jemand durchs Bild läuft).

Santiago Sierras Totenzähler (Death Counter, 2009) bildete da eine der rühmlichen Ausnahmen – nicht nur des großen Formats wegen, sondern auch, weil er über den Köpfen der Besucher installiert war (bei Lisson Gallery). Die Schwedin Nathalie Djurberg (bei Gió Marconi), über die hier schon mehrfach berichtet wurde, hatte ebenfalls vergleichsweise Glück gehabt.

Ihr Mailänder Galerist widmete sich ganz ihren Arbeiten und so waren Filme wie Skulpturen nicht zu übersehen. Djurberg und ihr Partner Hans Berg stellen zeitgleich auch im Camden Arts Centre aus. Dort war es am Freitagabend ähnlich voll wie auf der Frieze, schließlich gab es der Krise zum Trotz einen Champagner-Empfang. Wieder einmal thematisiert sie in ihren dort gezeigten Filmen Wunsch und Wirklichkeit, Verlangen und Verzehren (ruhig wörtlich zu nehmen) – ein wiederkehrender (Alb)traum sozusagen. Dabei oder vielmehr dazwischen: ganz viel falsches Glas zu Miniatur Architekturphantasien verarbeitet. Wer bis Anfang Januar nach London kommt und ein großer Djurberg-Fan ist oder von ihr noch gar nichts gesehen hat, dem sei die Ausstellung empfohlen.

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