Value in Use vs. Value in Exchange oder Kunst GPS-gesichert

KOPENHAGEN. Ein bekannter Ökonom wunderte sich einmal, warum eigentlich ein Diamant so teuer, viel nützlichere Dinge wie Wasser aber viel preiswerter waren und kam so auf das Begriffspaar Value in Use und Value in Exchange, also wörtlich Nutzwert und Tauschwert.

Ohne den Theorien von Adam Smith komplett treu zu bleiben scheinen auch Diebe diesen Unterschied erkannt zu haben. In jüngster Zeit geht es immer häufiger um Bronze, nicht Diamanten. Genauer, um Bronzeskulpturen, die geklaut werden. Deren Tauschwert ist zwar wenn legal gehandelt oft enorm, doch bekannte Kunstwerke lassen sich schlecht verkaufen. Wenn es sich um Bilder handelt haben sie auch so gut wie keinen Materialwert. Anders aber bei Bronzeskulpturen. Diese lassen sich einschmelzen. Für legalen Besitz bedeutet das einen enormen Wertverlust, denn Moores „Reclining Figure“ wäre auf dem legalen Markt natürlich erheblich teurer als was der Schrotthändler für die 2,1 Tonnen Bronze, aus der die Skulptur besteht (oder besser gesagt bestand) zu zahlen bereit ist.

Moores Figur ist wohl die bekannteste Bronzeplastik, die in der jüngeren Vergangenheit gestohlen worden ist. Der Berliner Künstler Fritz Balthaus griff diesen spektakulären Raub thematisch in seiner Arbeit „Pure Moore“ auf, die jezt vor dem Bundeskriminalamt in Berlin-Treptow steht. In Zusammenarbeit mit der traditionsreichen Berliner Bildgießerei Noack, die zahlreiche Skulpturen Moores gegossen hat, wurde das ursprüngliche Gesamtgewicht der Plastik von 2100 Kilogramm in Bronze-Rohbarren umgerechnet. Bei einem Einzelgewicht von 9,5 Kilogramm pro Barren ergeben sich 221 Barren, die Moore für seine Skulptur „Reclining Figure“ eingeschmolzen hatte. Diese 221 Bronzebarren schichtete Balthaus auf einen schwarzen Betonsockel in den Dimensionen der Originalsockelfläche.

Um ähnliche Untaten zu verhindern ist man in Dänemark dazu übergegangen Bronzefiguren durch GPS und Alarm zu sichern.  Darüber ein Bericht von mir bei art online und The Art Newspaper.

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