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KOPENHAGEN. Rüstig in Rente war in Dänemark bisher keine Seltenheit – Dank efterløn, zu Deutsch “Nachlohn” und der lohnte sich, denn obwohl schon mit 60 in Rente statt wie üblich ein paar Jährchen später, gab es relativ gutes Geld – steuersubventioniert. Bei steigender Lebenserwartung und sinkenden Geburtenzahlen ist abzusehen, dass das auf Dauer nicht geht. Doch bisher war das Ende der dänischen Variante der nicht gesundheitsbedingten Frühpensionierung Tabu. Nun aber wagt sich Premier Lars Løkke Rasmussen aus dem Schatten seines Vorgängers, indem er sich anschickt efterløn zu reformieren, sprich abzuschaffen. Das interessiert auch in Deutschland, deshalb morgen dazu ein Text von mir auf der Seite 1 der Financial Times Deutschland oder heute abend schon online hier.

Die Dänen haben übrigens im europäischen Vergleich mit 78,7 Jahren eine relativ niedrige Lebenserwartung (detaillierte Daten bei der Industrieländerorganisation OECD) – der recht verbreitete Konsum an Alkohol und Zigarette soll daran schuld sein. Die Dänen, die derzeit rund zehn Jahre vor dem Pensionsalter sind, dürfen sich auf eine recht lange Rentenzeit freuen, stellte schon im Herbst 2010 die Zeitung Politiken fest (das wird sich durch die mögliche Reform nicht grundlegend ändern).

(Im dänischen Kulturkanal DR k läuft übrigens gerade eine Dokumentation über William Burroughs und seinen Besuch in Dänemark. Der Schriftsteller starb 1997 83-jährig und efterløn war für ihn ein Fremdwort – nicht nur, weil er kein Dänisch konnte, sondern wohl eher, weil er seine Arbeit mochte. Alkohol und Zigaretten hat er dennoch genossen. Vielleicht sollten wir von ihm lernen.).

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