Der beste Informant ist der Denunziant

KOPENHAGEN. Der beste Informant ist der Denunziant – das wissen auch dänische Kommunen. Sie machen sich diese Weisheit jetzt zu Nutze und fordern die Bürger auf, ihre Mitbürger anzuschwärzen – ganz einfach anonym und online. Der Nachbar bezieht Mietzuschuss als Alleinlebender, obwohl er die Wohnung mit der Partnerin teilt? Er arbeitet schwarz während er Krankengeld kassiert? Solcher Sozialbetrug auf Kosten der Steuerzahler soll in Dänemark ausgemerzt werden. Mit Hilfe ebenjener Steuerzahler, die die Leistungen finanzieren. „Wir sind auf die Unterstützung der Bürger angewiesen, weil wir nicht bei den Leistungsempfängern vorbeischauen können“, sagt Berit Forum von der Haderslev Kommune im Süden Dänemarks. Details in meinem Artikel, der heute auf Seite 1 der FTD erschien und online hier zu lesen ist. (Bild und Spiegel Online haben das Thema aufgegriffen und beziehen sich in ihren Berichten auf meinen Artikel.)

Keine Frage, der Sozialstaat baut auf das Vertrauen der Bürger und ist nicht mehr finanzierbar, wenn er zu sehr ausgenutzt wird. Aber ist der Aufruf zum Denunziantentum nicht die beste Methode die Bürger zu solchen zu machen, die einander mißtrauen und dem Sozialstaat damit die Basis zu entziehen? Wie wäre es, wenn der Staat selber kontrolliert, ob er seine Gelder an die wirklich Bedürftigen ausschüttet, statt die Steuerzahler zu Spitzeln zu machen?

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