Lene Espersen: viel Wind um Altbekanntes

KOPENHAGEN. Ich war schon ein wenig überrascht, welch hohe Wellen mein Artikel in der FTD über Dänemarks Außenministerin Lene Espersen in ihrem Heimatland schlägt. Dabei hatte ich doch eigentlich nur geschrieben, was vor allem in Dänemark längst bekannt ist: nämlich dass Lene Espersen sich in ihrem neuen Amt nicht gerade geschickt anstellt. Sie hat in diesem Jahr mehrere wichtige internationale Treffen verpasst und sich teilweise statt dessen dafür entschieden, Urlaub zu machen. Dänische Zeitungen, Fernsehsender und Rundfunkstationen haben sie dafür ausgiebig und monatelang kritisiert. Auch dafür, wie Espersen mit dieser Kritik umgeht. Bis auf die verpasste Arktiskonferenz Ende März in Kanada, wo die USA und Russland, die ebenfalls Ansprüche in der Polarregion hegen, ganz selbstverständlich durch ihre Außenminister Hillary Clinton und Sergej Lawrow vertreten waren, bereut sie nichts und findet, dass sie zu hart angegangen wird.

Dass nun meine Geschichte so aufgebauscht wird, wäre ja weiter nicht schlimm. Nur haben einige dabei tüchtig überdreht, wenn es zum Beispiel in mehreren Medien plötzlich heißt, „Deutsche Zeitung: Lene Espersen ist Europas schlechteste Außenministerin“. Schlecht ist nicht das richtige Wort. „Unbeholfen“, trifft es besser.

Aufgegriffen haben den Artikel Ekstrabladet, Politiken, Jyllands Posten, Berlingske, DR, TV2, Information, der schweizer Tagesanzeiger und der britische Daily Telegraph. Und wer weiß, wer sonst noch.

Mich hat dann ein Journalist von Danmarks Radio angerufen. Er meinte, dass viele Medien meinen Artikel falsch verstanden und unnötig zugespitzt hätten. Ich war sehr dankbar über diesen Anruf. Das Ergebnis dieses Kollegen kann man hier lesen. Es ist der schlaueste Artikel zu dieser ganzen Geschichte.

3 Gedanken zu “Lene Espersen: viel Wind um Altbekanntes

  1. Lieber schlechte Nachrichten als gar keine. Fehlt nur noch, dass Focus oder Bild einen Blick auf Helle Thorning Schmidt und ihre Steuergeschichte werfen. Wer weiss,was die daraus machen…
    Wesentlich wichtiger ist doch, was die Dansk Folkeparti an Unsinn verbreitet und die auch noch als Regierungsstuetze ernst genommen weden muessen…
    There is something rotten in the state of Denmark
    o tempores, o mores

  2. Hej Elmar, Du hast den Nordschleswiger in Deiner Auflistung der bedeutenden internationalen Publikationen vergessen!😉
    Der Kollege hat allerdings korrekt zitiert.

    Und zur DF: Dass die Busgesellschaften des Landes jetzt die Frage beantworten sollen, ob ihre Angestellten islamischen Glaubens blinden Passagieren mit Blindenhund die Mitfahrt verbieten ist doch grandios.
    Der DF-Abgeordnete Martin Henriksen hat in einer englischen Zeitung gelesen, dass Muslim-Busfahrer zu solchen Schreckenstaten neigen.
    Jetzt müssen die Busgesellschaften das tatsächlich auf ministeriellen Druck hin untersuchen.

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