Norwegen in die EU? Nein Danke.

KOPENHAGEN. Damit wir uns da gleich richtig verstehen. Die Überschrift gibt nicht meine eigene Meinung wider. Im Gegenteil. Ist die Europäische Union auch weit davon entfernt, perfekt zu sein, so bin ich doch ein Freund von ihr und der Idee, die dahinter steckt. Und ein Land wie Norwegen müsste definitiv dazu gehören. Nicht nur, weil wir dann endlich mal wieder einen Nettozahler in unseren Reihen willkommen heißen könnten, sondern auch, weil es sich für ein Land wie Norwegen einfach gehört, über konkrete Eigeninteressen hinauszublicken. Norwegen habe auch eine moralische und historische Verpflichtung, sagt Paal Frisvold, Chef der norwegischen Europabewegung. Es sei „eine Schande“, dass man der EU nicht angehöre.

Die Norweger lieben ihr Land. Dieses Foto allerdings zeigt nicht die ganze Wahrheit. Mein Kumpel Anders ist ein glühender Verfechter der EU in der Europabewegung Norwegens aktiv. Am Nationalfeiertag, 17. Mai, allerdings schwenkt auch er die Flagge seines Landes. So viel Norwegen muss sein. (Foto: Jung)
Die Norweger lieben ihr Land. Dieses Foto allerdings zeigt nicht die ganze Wahrheit. Mein Kumpel Anders ist ein glühender Verfechter der EU in der Europabewegung Norwegens aktiv. Am Nationalfeiertag, 17. Mai, allerdings schwenkt auch er die Flagge seines Landes. So viel Norwegen muss sein. (Foto: Jung)

Leider denkt die Mehrheit der Norweger selbst ganz anders. Ihre EU-Skepsis nimmt immer größere Ausmaße an. In aktuellen Umfragen lehnen fast 63 Prozent die Mitgliedschaft in dem Staatenbund ab. Rekord. Die Gründe sind altbekannt. Wirtschaftlich geht es dem Land ausgezeichnet, da haben die Leute eher Angst, etwas von ihrem Wohlstand abtreten zu müssen, ist man erst einmal der EU beigetreten. Das gleiche lässt sich auch über die nationale Selbstbestimmung sagen, wobei die Norweger leider vergessen, dass es berewits jetzte damit nicht mehr weit her ist. Norwegen gehört dem Europäischen Wirtschaftsraum an und hat das Schengener Abkommen ratifiziert. Ein Großteil der Verordnungen aus Brüssel muss das Land also ohnehin schon in nationales Recht umsetzen.

Mehr zu diesem Thema ist in meinem Beitrag für die aktuelle Themenausgabe der Zeitung „Das Parlament“ zu lesen.

Ein Gedanke zu “Norwegen in die EU? Nein Danke.

  1. Das Problem hierbei ist ja auch, dass sich die EU aus lauter Rumwüten um die Aufnahme wirklich fragwürdiger Mitglieder wegen immer noch fragwürdiger Aufnahmekriterien und Kontrollmechanismen (vgl. Griechenland) eben auch zunehmend schlechter darstellt.

    Da wägen die Norweger gut ab – und das kann ich als Deutscher und Norwegenfan auch nur gut finden. Für Deutschland, mit unserer geographischen Lage, gäbe es diese Wahl natürlich nicht. Das wäre quasi ein Freitod. Norwegen ist so aber gut beraten.

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