Dem Diebstahl sei Dank? Munch weiter sehr teuer

KOPENHAGEN. Als ich vor zwei Jahren in der britischen The Art Newspaper die These präsentierte, dass die Preise für Arbeiten des norwegischen Künstlers Edvard Munch angezogen seien, weil der Diebstahl seiner Hauptwerke vier Jahre zuvor so viel Medieninteresse hervorgerufen hatte, stieß das in der Branche nicht nur auf Gegenliebe (hier mein damaliger Kurztext in The Art Newspaper). Diese Theorie war dem ein oder anderen zu profan.

Als jetzt aber im britischen Auktionshaus Bonhams für eine Munchlithographie (eine Version der „Madonna“) der zweithöchste Preis aller Zeiten erzielt wurde, gab das Auktionshaus in der Unterzeile der Pressemeldung zu erkennen, dass Skandale der Aufmerksamkeit und damit dem Preis eher förderlich sind. „Model for Controversial Image Shot in Hotel Room“, heißt es da.

Das dänische Kunstmuseum Louisiana vor den Toren Kopenhagens zeigt übrigens gerade die Ausstellung „Warhol nach Munch“, u.a. zu sehen: mehrere Versionen der Madonna und was Warhol daraus machte. Alleine die Hängung und Ausstellungsraumgestaltung macht „Warhol nach Munch“ sehenswert. Die Schau wird durch einen schwarz-gestrichenen Raum mit den ersten Munchs betreten, dann folgt ein Zimmer mit weiß und Warhol – der Erleuchtung wird manchmal durch ganz simple Efferkte nachgeholden.

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