Gabe von Christian Ringnes: Replika von Edvard Eriksens Kleine Meerjungfrau. (Foto: Bomsdorf)

Gabe von Christian Ringnes: Replika von Edvard Eriksens Kleine Meerjungfrau. (Foto: Bomsdorf)

OSLO. Die Frauen haben es Christian Ringnes angetan. Der norwegische Immobilienmagnat plant deshalb seiner Heimatstadt Oslo einen Skulpturenpark zu schenken, der nur Werke zeigt, die Frauen darstellen. Pardon, die eine “feminine Prägung” haben. Denn die Idee mit den reinen Frauen hat er fallengelassen nachdem es von feministischer Seite zu viel Kritik gab. Nun also könnten auch Werke gezeigt werden, die beispielsweise einen Spiegel enthielten und so dass Kriterium der Weiblichkeit erfüllten, so sagte mir ein zuständiger Mitarbeiter der Stadt Oslo. Soso, Spiegel sind also weiblich, sprich unmännlich? Nun denn. (Für The Art Newspaper habe ich einen Text zum Thema geschrieben, der hier online gelesen werden kann.)

Ein Skulpturenpark, das kann etwas spannendes, herausforderndes sein. Gleichzeitig ist geplant jenen Punkt, von der Edvard Munch die Szenerie für sein Gemälde der Schrei erblickte, zu einer Art Aussichtsplattform auszubauen. Bisher weist lediglich ein kleines Schild am Straßenrand darauf hin. Ringnes sagte mir, er plane kein Café oder ähnliches an der Stelle. Die Besucher sollen den Blick wahrnehmen und nicht von Postkarten und Kaffeeverkäuferin gestört werden. Eine gute Idee.

Doch, was den Skulpturenpark als solchen angeht, habe ich wie einige andere auch meine Bedenken. Wer nämlich gesehen hat, wie Ringnes in der Passage der alten Oper am Youngstorget in Oslo eine Replik der Kleinen Meerjungfrau und die Kate Moss-Skulptur von Mark Quinn platzieren ließ, der muss fürchten, dass Auswhal und Platzierung der Werke so ausfallen werden, dass der Park einem Bauplatz gleicht, auf dem Skulpturen geparkt wurden, die gerade keiner sehen will.

Kate Moss verknotet - Skulptur von Mark Quinn, Gabe von Christian Ringnes in der alten Osloer Oper. (Foto: Bomsdorf)

Kate Moss verknotet - Skulptur von Mark Quinn, Gabe von Christian Ringnes in der alten Osloer Oper. (Foto: Bomsdorf)

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