Die Doppelmoral des Fußballsozialisten

KOPENHAGEN. Wer mit 16 kein Sozialist ist, hat kein Herz, wer es mit 30 immer noch ist, hat keinen Verstand, gehört zu den beinahe zu viel zitierten Politikweisheiten. Nichts gegen Sozialisten, aber Lars Ohly hat keinen Verstand. Der 53-jährige Vorsitzende der schwedischen Vänsterpartiet (Linkspartei) ist großer Fußballfan, mag aber die freie Wirtschaft und insbesondere den Reichtum einzelner weniger. Deshalb hat er etwas für hohe Steuern übrig, schließlich sorgen diese für einen gewissen Ausgleich. Wenn man denkt wie er mag das schön und gut sein und konsequent.

Doch wenn es um Fußballstars geht, dann sieht für Ohly alles anders aus. Für die Elitesportler würde er nämlich gerne besonders niedrige Steuern sehen, sagte er im Interview mit der Tageszeitung Dagens Nyheter. So könnten schwedische Vereine im internationalen Wettbewerb gegen ausländische konkurrieren, ohne gleich erheblich höhere Bruttolöhne zahlen zu müssen (damit netto das selbe rauskommt wie bspw. in England). Wenn die Hochdotierten also etwas machen, dass Ohly privat nahe steht (Fußball), dann dürfen sie ruhig sanft besteuert werden. Gehen sie einem Erwerb nach, den Ohly weniger schätzt und verdienen sie viel, sollen sie auch saftig Steuern zahlen. Klares Eigentor für Ohly und das nur rund drei Monate vor der schwedischen Parlamentswahl.

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