Der Richter und der Rindal

KOPENHAGEN. Aus Deutschland ist zu vernehmen, dass der Maler Gerhard  Richter dem Performer Christoph Schlingensief das Künstlersein abgesprochen hat. Als Reaktion darauf, dass Schlingensief Deutschland kommendes Jahr auf der Biennale in Venedig präsentieren soll, sagte er „Das ist ein Skandal. Die nehmen einen Performer, dabei haben wir tausende Künstler“. Gleichzeitig beschwor er den Untergang der Malerei herauf, weil diese nicht mehr gelehrt werde.

Ein guter Anlass, in Deutschland auf Peter Rindal aufmerksam zu machen. Dem Anfang 2009 verstorbenen Dänen wäre das Ende der Malerei wohl nur recht gewesen. In den 1960ern begründete der Lagerarbeiter den Rindalismus, eine Form der Kunstkritik bzw. der Kritik der staatlichen Kunstförderung. Rindal sprach sich dagegen aus, Kunst mit Steuern zu finanzieren. Er meinte mit der Erfindung der Fotografie habe die Kunstform Malerei ihre Berechtigung verloren. Was er über Performer dachte, ist nicht überliefert.

Aus der FAZ ein  positiver Kommentar zur Wahl Schlingensiefs und im Rheinischen Merkur mein Text zum Reykjavík Arts Festival 2005 mit Schlingensief.

Ein Gedanke zu “Der Richter und der Rindal

  1. Mehr zum Populismus in der dänischen politischen Kultur in meinem Buch das in diesem Sommer erscheint:
    Frauke Rubart: Politisches Engagement in Nordeuropa. Parteien und soziale Bewegungen in Skandinavien und Deutschland. Eine Anthologie politologischer Landeskunde von den 1970er Jahren bis zur Gegenwart. Norderstedt 2010, Verlag BOD – Books on Demand, ISBN 978-3-8391-5688-9, 700 S., 39,80€ (www.bod.de)

    Die norddeutsche Politikwissenschaftlerin Frauke Rubart studierte, forschte und lehrte an der Universität Hamburg, war zuletzt Lehrbeauftragte am Jean Monnet Centre for European Studies an der Universität Bremen und ist Mitglied der Forschungsgruppe Nordeuropäische Politik an der Humboldt-Universität zu Berlin. In dieser Anthologie werden alle ihre Aufsätze und einige ihrer Vorträge über deutsche und nordische Politik als Sammelwerk veröffentlicht. Die Einleitung am Anfang und das am Ende stehende Interview informieren über ihre Motivation für die Arbeit über Skandinavien und über die Entwicklung ihrer Forschungsfragen zu politischen Prozessen in den nordeuropäischen Ländern, deren Heterogenität interessante Ansatzpunkte für systematische Vergleiche bietet. Ihre Einzeluntersuchungen und komparativen Analysen thematisieren politische Kultur und politischen Protest, Parteiensysteme und einzelne Parteien, Partizipation in der etablierten Politik und unkonventionelles politisches Verhalten, Männer und Frauen in alten und neuen Parteien, in Parlamenten und in Regierungen, in Aktionsgruppen und bei Demonstrationen der neuen sozialen Bewegungen. Es geht um politisches Engagement in der Bundesrepublik Deutschland und in fünf nordischen Ländern: Island, Norwegen, Dänemark, Schweden und Finnland.

    Med venlig hilsen,
    Frauke

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