KOPENHAGEN. Vulkanasche auf den Hausdächern, Vulkanasche auf den Weiden, von denen die Tiere grasen – der Ausbruch des Vulkans Eyjafjallajökull hat den Bewohnern in der Nähe des Bergs erhebliche Probleme bereitet. Doch sie sollen mit der Asche Asche machen. Die Website www.nammi.is bietet nämlich Vulkansche zum Verkauf an – das 160 Grammglas für 4894 Isländische Kronen inklusive Mwst. Das sind umgerechnet knapp 30 Euro. Der Erlös, so heißt es auf der Website, soll dem Verband der Rettungsmannschaften „Landsbjörg“ zu Gute kommen, die versuchen die Bewohner am Eyjafjalla von Asche zu befreien. Vermutlich wird der Bruttoerlös gemeint sein, denn die Mwst. von umgerechnet 6 Euro muss ja an den isländischen Staat abgeführt werden. Damit ergibt sich, dass auch ganz Island von dem Vulkanaubruch finanziell profitieren kann und Asche zu Asche machen kann.

Der isländische Staat hatte Ende 2009 Schulden in Höhe von 1176 Mrd. Isländische Kronen, teilte das Finanzministerium im März mit. Nach aktuellem Wechselkurs sind das in etwa 7,12 Mrd. Euro. Wenn über http://www.nammi.is eine Mrd. und 187 Mio. Asche Gläser verkauft werden und darauf Mwst. gezahlt wird, hat das Finanzministerium genug Mehrwertsteuer eingenommen, um die Staatsschuld zu tilgen. Dafür  müßten 190 Mrd. Gramm, also 190 Mio. Kilo oder 190 000 Tonnen Asche in 160 Grammgläser verpackt verkauft werden. Klingt nicht so viel, aber unabhängig davon, ob der Vulkan Eyjafjallajökull so viel ausgespuckt hat, heißt das, dass rund jeder sechste der 6,8 Mrd. Bewohner der Erde ein Glas kaufen müsste. Und in einigen Ländern dürften die Menschen für 30 Euro, so sie diese denn haben, bessere Verwendung haben. Und das Icesave-Problem wäre damit auch noch nicht gelöst.

About these ads