Nichts zählt mehr als Hartgeld

KOPENHAGEN. Gestern traf ich auf einem Abendessen bei Bekannten eine übermüdete Dänin – sie war mit einigen Tagen Verspätung aus Ihrem Griechenlandurlaub zurückgekehrt. Natürlich war der Ausbruch des Vulkans Eyjafalla auf Island daran schuld, dass ihr Auslandsaufenthalt zwangsläufig verlängert wurde. Dass sie überhaupt schon jetzt und nicht erst ein paar Tage später nach Hause kommen konnte, hatte sie aber etwas zu verdanken, von dem Isländer derzeit zu wenig haben: Hartgeld.

Die Dänin hatte ihren Urlaub selbst in die Hand genommen, statt einen Charteranbieter zu wählen, Flug und Hotel eigenhändig gebucht. Nun hatte aber ein Charterveranstalter einen Flieger organisiert, um seine Kunden aus Griechenland nach Kopenhagen auszufliegen. Individualtouristen waren nicht eingeplant. Doch gegen eine Einmalzahlung von 600 Euro war der dänische Reiseleiter bereit, die zwei anderen auch noch mitzunehmen. Bestechungsgelder auf griechischem Boden gehen eben nicht immer nur an Griechen, sondern auch schonmal an die achso ehrlichen Nordeuropäer (Der Corruption Perception Index 2009 listet Dänemark nach Neuseeland als das am wenigsten korruptionsanfällige Land der Erde auf, Griechenland liegt auf Platz 71 – zwischen Mazedonien und Rumänien; Deutschland: Platz 14).

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