Lasst die Polen (länger) hungern

REYKJAVÍK. Im Zuge der Krise suchen auf Island viele Menschen Hilfe bei Wohltätigkeitsorganisationen. Fjölskylduhjálp Íslands betreibt eine Essensausgabe. Dort wurden in der vergangenen Woche zwei Schlangen aufgemacht – eine für Isländer und eine für Ausländer, fand mein Freund und Kollege Klemens Thrastarsson von der Zeitung Frettabladid heraus.

Die Leiterin der Wohltätigkeitsorganisation meinte, dass die Isländer erst spät zum Zuge kämen, weil die Ausländer gleich im  Pulk ankämen. Nun ist wohl nicht davon auszugehen, dass die Ausländer Touristen sind, die sich die mittlerweile nicht mehr so hohen isländischen Lebensmittelpreise nicht erlauben wollen. Es sind wohl vor allem Polen, die nach Island gekommen waren, um auf den vielen Baustellen zu arbeiten, die einst vom Boom des Landes zeugten. Nun sind viele still gelegt und etliche polnische Arbeiter entlassen worden. Da kommt das Angebot des kostenlosen Essens entgegen. Isländische Politiker haben gegen die Diskriminierung der Ausländer protestiert.

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