Isländische Normalität oder Turnen vor dem Kanzleramt

Rolle in der Luft vor dem Sitz der Regierungschefin. (Foto: Bomsdorf)

REYKJAVÍK. Sie haben es sicher auch einmal gelesen: Als die Isländer zu Beginn der Krise besonders stark gegen ihre Politiker protestierten, mussten die entgegen den Gepflogenheiten mit Personenschützern spazieren gehen.

Schon als ich das erste Mal in Reykjavík war (2002) fiel mir auf, wie offen zugänglich der Amstsitz des Ministerpräsidenten war (damals David Oddsson). Ich war dort, um den damaligen Staatssekretär des Regierungschefs zu treffen. Nicht nur konnte ich ungehindert bis zur Eingangstüre des „isländischen Kanzleramtes“ kommen, auch schickte man mich dort ohne Begleitung einfach eine Etage höher.

Trotz der Krise und der vielen Proteste hat sich die Volksnähe der Politiker nicht grundlegend geändert. Als ich heute am Sitz der Regierungschefin vorbeiging, hatten einige Jugendliche den Garten vor dem Haus kurzerhand zum Freiluftturnplatz umgebaut und vollführten recht talentiert Saltos aus dem Stand.  Kein Zaun, kein Wächter, der sie davon abhielt. In Berlin kann ich mir so etwas nicht vorstellen. Island bleibt also trotz der Krise etwas anders als die anderen. Eigentlich ganz sympathisch.

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