Denk ich an Deutschland..

KOPENHAGEN. Schon bevor ich nach Island reiste, hatte ich davon gehört, dass der Inselstaat sich gerne an Deutschland anlehnen würde. Island scheint von allen guten Freunden verlassen: Die USA haben spätestens seit dem Abzug der Kampflieger im Jahre 2006 kein Interesse mehr an dem Eiland, Großbritannien hat Island 2008 als Terrorist eingestuft, um Gelder einfrieren zu können, und damit die Bande zerschnitten, die nordischen Nachbarländer verstecken sich hinter dem Weltwährungsfonds statt Solidarität zu zeigen.

Klar, die drei baltischen Staaten werden Island nie vergessen, das es das erste Land war, das ihre Unabhängigkeit anerkannt hat, aber welchen Stellenwert haben diese kleinen Länder international schon? Deshalb besinnt man sich in Island mehr und mehr darauf, dass die Deutschen so große Islandfreunde sind – sie scheinen fast jedes bisschen isländische Literatur zu übersetzen und schätzen die Insel als Reiseziel. Also werden vermehrt Hoffnungen in Deutschland gesetzt, der starke Partner in der EU soll ein gutes Wort für Island einlegen. Ende vergangenen Woche war der Euopa-Ausschuss des deutschen Bundestages in Reykjavík und hat die ein oder andere weitere Hoffnung geschürt, wie mir ein isländischer Kollege sagte. Ich sprach mit Michael Stübgen von der CDU/CSU-Fraktion über die Reise und habe mich auch sonst auf Island ein wenig in Island umgehört, wie denn der berühmte Satz „Denk ich an Deutschland…“ zu vervollständigen wäre.

Vielleicht ist es symptomatisch. Mit Dorothee Kirch kommt eine Deutsche nach Reykjavík, um Island zu helfen. Und das zu einer Zeit, in der wegen der Krise so viele Isländer wie nie zuvor ihr Land verlassen. Kirch ist seit Anfang März neue Direktorin des Center for Icelandic Art. “Im ersten Jahr werde ich die Institution vor der Pleite bewahren müssen, dann dafür sorgen, dass isländische Kunst vermehrt im Ausland gezeigt wird”, sagt die 35-Jährige.
Was die Deutsche Kirch im Kleinen erreichen will, dabei soll Deutschland, so wünschen es sich mehr und mehr Inselbewohner, ganz Island helfen: den Bankrott abwenden und die internationale Isolation überwinden. Mehr gibt es in meinem Text für die Financial Times Deutschland, der hier auch online zu lesen ist.

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