SAS oder welch schwache Linie Schwedens Liberale fahren

Schon verkauft: ehemaliges SAS Hotel in Kopenhagen (Foto: Bomsdorf)

KOPENHAGEN. Die skandinavische Fluglinie SAS war einst der stolz der Region – als großes intraskandinavisches Kooperationsprojekt, das den Regierungen in Kopenhagen, Oslo und Stockholm gehörte, und als zuverlässige und äußerst service orientierte Fluglinie. Die Zeiten sind längst vorbei – seit Jahren fällt SAS vor allem durch drastische Verluste, gefolgt von eben solchen Sparprogrammen auf und wenn es nicht zwischendurch mal wieder Sicherheitsprobleme gibt, kann sich Vorstandschef Mats Johansson schon freuen. Beharrlich wirbt die Fluglinie derzeit damit die pünktlichste in Europa zu sein, doch was nutzt es, wenn es kein Geld bringt.
Die Rergierungen Dänemarks, Schwedens und Norwegens, die immer noch Hauptaktionär sind, haben bereits mehr Geld zugeschossen und sollen das nun wieder tun. Doch halt, gibt es nicht in Schweden seit Herbst 2006 eine liberal-konservative Regierungskoalition, deren Hauptunterscheidungsmerkmal um nicht zzu sagen Unique Selling Point im Vergleich zu den Sozialdemokraten war, sich in großem Stil von Staatsbesitz zu trennen? War nicht die leidlich standhafte Weigerung Saab finanziell unter die Arme zu greifen Beweis dieser Politik, die in Zeiten der Finanzkrise mit Unternehmensverkäufen nicht wirklich aufwarten konnte?

Und nun also ist jene Regierung einmal mehr bereit Geld in SAS zu schießen. Wenn es um nationale Symbole geht, ist es wohl mit den Prinzipien manchmal nicht weit.  SAS war vom Privatisierungskurs lange explizit ausgenommen, aber dem Unternehmen, das finanziell ein Desaster ist, nochmal Geld hinterherzuschießen ist dann doch etwas anderes.

Doch nun hat die liberale schwedische Regierung angekündigt, sich einen Verkauf von SAS durchaus vorstellen zu können. Also doch. Doch erst müsse die Fluggesellschaft mittels Kapitalerhöhung die Chance bekommen, sich wieder attraktiv für den Aufkauf zu machen. Schließlich lohne der Verkauf sonst kaum. Aha. Als ob nicht jeder Käufer das berücksichtigen würde und das Gebot entsprechend anpasst, so das notwendige Investitionen sowie Potenzial des Unternehmens im Preis enthalten sind. Warum muss dann der alte Aktionär Staat da nochmal Geld investieren? Oder glauben die staatlichen Strategen unter Ministerpräsident Fredrik Reinfeldt so klug zu sein, dass sie besser als der Markt sind? Natürlich nicht auszuschließen, allerdings passt es nicht in die Rhetorik, die sonst von dieser Regierung gepflegt wird.

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