Besser meiden: Nordic Sea Hotel in Stockholm

STOCKHOLM. Eher mäßige Hotels sind oft ganz einfach auszumachen: Wenn die Gänge ähnlich aussehen wie jene auf den großen Fähren oder Kreuzfahrtschiffen, ist häufig davon auszugehen, dass der Rest des Hotels Schiffbruch erlitten hat. So leider auch beim Nordic Sea in Stockholm.

Für Kurzbesuche ist die Lage optimal, das Haus ist vom Bahnhof nur ein paar Schritte entfernt, ebenso wie das Radisson und das Schwesterhotel Nordic Light. Vier Sterne und der Übernachtungspreis von über 130 Euro ließen die Erwartungen nicht allzu tief starten, doch selbst, wenn diese ein wenig niedriger gewesen wären, wären sie vermutlich enttäuscht worden. Nun denn, der Gang durch die Gänge dämpfte sogleich die Erwartungen, denn – s.o. . Im Zimmer angekommen, war es obgleich die Superieur Kategorie gewählt worden war, aus Platzgründen kaum zu vermeiden über den runden Glastisch zu stolpern, der nur gut einen Meter von der Tür platziert gleich vor die Couch gezwängt worden war. Der Name Nordic Hotel hatte nordischen Einrichtungsstil erwarten lassen, doch was Zimmer 1454 bot, war eher Kategorie Möbel Franz. Dagegen wäre selbst IKEA eine Freude gewesen, das Bett vom schwedischen Hersteller Hästens konnte da immerhin noch etwas rausreißen.

Möbeldesign bei MAX-Burger (Foto: Bomsdorf)

Das Bad glänzte durch Wanne, Duschgel hingegen durch Abwesenheit und die Nachfrage an der Rezeption nach eben diesem wurde mit Erstaunen quittiert und der Frage, wie es denn mit einem zweiten Stück Seife wäre. Dass in einem solchen Haus der Frühstückssaal ebenfalls vor allem durch schlechten Einrichtungsgeschmack auffällt, wunderte schon nicht mehr – das Hamburgerrestaurant MAX gleich nebenan hatte da in Sachen Design einiges mehr zu bieten. Beim Hotelbuffet am morgen war der klassische Fehler gemacht worden – Masse statt Klasse. Wie gut, dass das Cafe Sosta nur 10 Gehminuten entfernt war.

Immerhin: an der Rezeption war man so nett Informationen zu einem Naherholngsgebiet aus dem Internet rauszusuchen und auszudrucken. Beim Auschecken wurden die Gäste nicht etwa gefragt, ob Ihnen der Aufenthalt gefallen hat, stattdessen gab es einen Zettel mit der Bitte, dort auf einer Skala von eins bis zehn die Qualität des Hotels zu bewerten, zehn ist gut, hieß es. Nicht das Wohlbefinden des einzelnen Gastes zählt im Nordic Sea, sondern die durchschnittliche Zufriedenheit aller. Zwei von zehn Punkten konnte sich das Haus bei mir sichern.

Iittala, mit Preisschild (Foto: Bomsdorf)

Dass es nicht nur einer war, liegt an den schönen Bechern und Gläsern, die es auf dem Zimmer und beim Frühstück gab: Iittala aus Finnland. Warum allerdings Preisschilder drangelassen worden waren, hab ich nicht ganz verstanden. Gewundert allerdings hat es mich aufgrund der ansonsten so durchgängigen Stilllosigkeit auch nicht wirklich. Wie gut, dass auch ein solches Hotel nichts daran ändern kann, dass Stockholm eine wunderschöne Stadt ist. Ab sofort werde ich das Nordic Sea aber meiden und empfehle allen anderen es mir gleichzutun. Und damit niemand meint, es gäbe keine Alternative, hier gleich noch zwei Häuser unterschiedlicher Preiskategorien, mit denen ich erheblich zufriedener war: Elite Plaza, Hotel/Jugendherberge Fridhemsplan.

Hier nochmal das Fazit 2/10 Punkte.

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