Ich will frei sein

KOPENHAGEN. Gestern Vormittag sprachen wir vor Schülern der Journalistenschule in Aarhus. Es ging um die Arbeit und Ausbildung von Journalisten im Allgemeinen und freien Journalisten sowie Auslandskorrespondenten im Besonderen. Natürlich wurde immer wieder danach gefragt, wie den die finanzielle Seite der Arbeit aussieht. In Nordeuropa sind die Menschen starke Gewerkschaften gewohnt, die recht attraktive Gehälter und Arbeitsbedingungen durchsetzen. Mit einem Organisierungsgrad von oftmals über 80 Prozent wissen die nordischen Arbeitnehmerorganisationen eine solide Mehrheit hinter sich und haben entsprechende Macht; auch finanziell und personell sind sie ein ebenbürtiger Partner für Arbeitgeber.

Zwar nimmt auch im Norden Europas das Interesse an der Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft ab. Das ändert aber nichts daran, dass in Deutschland auch in diesem Feld der Blick oft gen Norden gerichtet ist. Was aber mit Freiberuflern? Da konnten wir den Journalistenschülern ausnahmsweise einmal zeigen, dass in Deutschland die Arbeitnehmerseite (in diesem Fall Selbständigenseite, um genau zu sein) besser organisiert ist als im Norden. Denn – und darauf sei hier besonders hingewiesen, weil viele nordeuropäische Journalisten diesen Blog lesen – in Deutschland gibt es mit Freischreiber seit über einem Jahr eine Journalistengewerkschaft speziell für freie Journalisten.

Im Norden ist das Freiberuflertum in dieser Branche noch etwas weniger verbreitet als in Deutschland, doch das wird sich ändern. Das prognostizierte erst kürzlich auch Morten Bay in einem Beitrag für Berlingske Tidende.

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