2 Frauen zum Merken, Teil 1: Birgitta Ohlsson

Birgitta Ohlsson, neue schwedische EU-Ministerin. Zugegebenermaßen sieht sie auf den Bildern der vergangenen Tage etwas abgearbeiteter aus. Foto: Roland Karlsson.

KOPENHAGEN. Dass in Nordeuropa die Frauen mehr zu sagen haben, ist nicht nur ein Klischee. Das gilt auch für die Politik. Wenngleich die Männer in der Regel immer noch dominieren. Auf zwei nordeuropäische Politikerinnen möchte ich aber besonders aufmerksam machen, sie dürften in der Zukunft eine größere Rolle spielen. Heute Teil 1 aus Schweden: Birgitta Ohlsson

Ohlsson, geboren 1975, ist Anfang Februar schwedische EU-Ministerin geworden. Gestern war sie zum Antrittsbesuch in Berlin (hier dazu ein Bericht aus dem Tagesspiegel). Diesen Job ein paar Wochen nachdem Schweden die EU-Ratspräsidentschaft abgegeben hat, zu übernehmen, klingt zunächst mal nicht gerade verheißungsvoll und zugegebenermaßen mag gerade das dageführt haben, dass Ohlsson den Posten übernehmen durfte. Schließlich gilt sie nicht als erste Wahl von Ministerpräsident Reinfeldt. Doch im EU- und vor allem Euro-kritischen Schweden ist das Thema Staatenbund ein sehr wichtiges Thema, das bisher aber kaum jemand offen zu diskutieren wagte. Seit dem Mord an der damaligen Außenministerin und EU-Anhängerin Anna Lindh (2003) und der damals stattfindenden Euro-Abstimmung hat es kaum eine öffentliche Diskussion gegeben. Angesichts der Finanzkrise und dem damit zusammenhängenen Druck auf die EU dürfte das Thema bei der schwedischen Parlamentswahl im Herbst ein Thema werden. Und Ohlsson könnte sich profilieren. Schließlioch hat sie das bereits zuvr getan – auch gegen die Parteilinie. So argumentierte sie gegen das umstrittene so genannte FRA-Gesetz, das dem Staat umfassende Überwachungsmöglichkeiten des Datenverkehrs einräumen sollte, auch in familienpolitischen Fragen steht sie der Linken näher als der Regierung. Das sie die entsprechende Stärke hat, die skandinavischen Frauen nachgesagt wird, hat sie bereits bewiesen: sie tritt den Ministerporsten schwanger an und hat angekündigt, Kind und Karriere selbstverständlich vereinbaren zu wollen – gemeinsam mit ihrem Mann. Der sei schließlich kein Dinosaurier und werde mithelfen, so Ohlsson.

Ein weiteres Faktum, das mich an ihre Zukunft glauben lässt: Birgitta Ohlsson hat Unterstützung von etlichen Frauen aus dem anderen politischen Lager erhalten. Manchmal hilft ein Parteiwechsel, um Einfluss zu behalten und die politische Agenda, für die man steht, durchzusetzen.

Teil 2 aus Norwegen folgt.

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