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KOPENHAGEN. Vergangene Woche hat die norwegische Kulturministerin Anniken Huitfeldt in Oslo die “Stortingmelding  Nr. 23 visuell kunst” präsentiert, eine Art Weißbuch der Regierung zur Politik im Bereich bildende Kunst. Darin wird unter anderem angekündigt, den Ruhm Edvard Munchs stärker zu nutzen, um für Norwegen zu werben und auf zeitgenössische norwegische Kunst aufmerksam zu machen. Einen Vorgeschmack dazu lieferte schon Mette-Marit bei ihrem Besuch in der Frankfurter Munch-Ausstellung in der Schirn, hier dazu mein Text für Focus, der nun auch online zu lesen ist.


KOPENHAGEN. Soeben erreicht mich eine E-Mail-Pressemitteilung der Frankfurter Kunsthalle Schirn mit der Ankündigung, dass bereits 150 000 Besucher die seit Februar geöffnete Ausstellung “Munch – Der moderne Blick” gesehen haben. Beeindruckend. Das findet auch Direktor Max Hollein, der in der Pressemeldung sagt: „Die Ausstellung ist auf dem besten Weg, die erfolgreichste Schau in der Geschichte der Schirn Kunsthalle zu werden“, so Direktor Max Hollein. „Alle, die sie noch nicht gesehen haben, sollten sie nicht verpassen.“

Zwei Munch-Zahlen und ein Rechenexempel, das zu einer dritten führt: 400. Wenn jeder der 150 000 Besucher 400 Euro zahlen würde, kämen 60 Mio. Euro zusammen. Das sind 80 Mio. US Dollar und damit die Taxe für Edvard Munchs “Der Schrei”, der am 2. Mai bei Sotheby’s in New York versteigert werden soll (und aus der Sammung Petter Olsen stammt). Da klingt dieser doch gar nicht mehr so teuer und nachdem das Frankfurter Städel von den Bürgern für den Umbau großzügige Spenden erhalten hat, vielleicht eine Option, Munchs Schrei doch noch nach Frankfurt zu holen (zur Schirn-Ausstellung gehört nämlich keine der vier Unikate oder auch Multiple von Munchs bekanntestem Motiv). Ist nur ein Rechenexempel, aber zeigt, was machbar wäre mit noch mehr bürgerlichem Engagement für die Kunst (und wenn die Gebote auf 100 Mio. Euro hochschnellen, sind es halt ewas mehr als 600 Euro pro Person. Wobei, bis dahin wird auch die Munch-Ausstellung in Frankfurt noch mehr Besucher anziehen – die  Ausstellung ist noch bis zum 28. Mai 2012 geöffnet.). Für das Magazin von artnet schrieb ich eine Kritik zur Frankfurter Ausstellung und in der aktuellen Ausgabe von art ist auf Seite 112 von mir ein Text zur Auktion.

Heute lädt die Schirn übrigens zum Edvard Munch Filmabend. Hier ein Film von Munch mit Joachim Króls Stimme:


FRANKFURT. Solch einen Andrang hatte die Frankfurter Schirn selten erlebt. Schaulustige stauten sich vor dem Eingang anlässlich der Eröffnung der Ausstellung “Munch – Der moderne Blick”. Das Interesse an Edvard Munch ist in Deutschland groß, keine Frage. Noch größer war aber wohl das Interesse an Kronprinzessin Mette-Marit, die zur Eröffnung kam. Deshalb also dieser außergewöhnlich große Andrang.

Here comes the Sun - Museumsdirektor und Kronprinzessin. (Foto: Ausstellungseröffnung „Edvard Munch. Der moderne Blick“  © Schirn Kunsthalle, Foto: Martin Joppen)

Here comes the Sun - Museumsdirektor und Kronprinzessin. (Foto: Ausstellungseröffnung „Edvard Munch. Der moderne Blick“ © Schirn Kunsthalle, Foto: Martin Joppen)

Die Ausstellung ist sehr sehenswert, nicht nur, weil es Munch ist, sondern auch wegen der spezifischen Auswahl. Der Schrei fehlt, aber beinahe darum geht es eigentlich. Denn gezeigt wird einmal ein anderer Blick. “Munch – Der neue Blick” wäre deshalb eigentlich der passendere Ausstellungstitel gewesen, wie ich in meinem Artikel über die Schau bei artnet argumentiere.


FRANKFURT. Gestern Abend hatte ich das Glück der Eröffnung einer der interessantesten Munch-Ausstellungen, die ich je gesehen habe, beizuwohnen (in der Frankfurter Schirn, dazu später mehr).

In seiner Heimat Norwegen wird Munchs Erbe derzeit allerdings nicht sonderlich gut behandelt. Wieder einmal muss man leider sagen. Zeitlich passend zur Eröffnung in Frankfurt schrieb ich dazu einen Gastkommentar in der norwegischen Tageszeitung Aftenposten. Hier eine deutsche Version:

>>Eigentlich sollte ich den Osloer Politikern dankbar sein für ihr hin und her beim Munch-Museum, ist der Streit um den Neubau doch wohl eines der Themen, über die ich in den vergangene Jahren für The Art Newspaper am meisten berichten konnte. Das heißt aber auch: Das Ausland verfolgt, was in der norwegischen Kulturszene geschieht. Oft gibt es Dinge zu berichten, die achtungsvolles Staunen hervorrufen – wie beispielsweise die Milliardeninvestitionen in Turistvegprosjekter und natürlich der Neubau der Oper. Was das Munch-Museum angeht, reagiert das kunstinteressierte Milieu außerhalb Norwegens allerdings mit verwundertem Kopfschütteln – zu recht.

Norwegen ist wie die anderen skandinavischen Länder stets hellauf begeistert, wenn es im Ausland lobend erwähnt wird – oft ist alleine diese Tatsache vielen Zeitungen einen Artikel wert. Umgekehrt gilt: Bedenkt, dass auch negative Entwicklungen im Ausland interessiert beobachtet werden! Das jahrelange Gezänk um den Neubau des Munch Museums und dessen Platzierung wird im Ausland als eine Farce betrachtet. Wie kann Norwegen mit seinem wohl berühmtesten Sohn nur so umgehen, fragt man sich. Natürlich streiten auch andere Länder um Museen, die aber sind fast immer ärmer (wozu es nicht viel bedarf) und haben meist mehrere Künstler ähnlichen Ansehens zu bieten – wenn das Erbe des einen nicht gut genug gewahrt wird, strahlen immer noch ein paar mehr. Man denke alleine daran, wie viele weltberühmte Maler, die im selben Jahrhundert geboren sind wie Munch, alleine Frankreich zu bieten hat. In Norwegen aber gibt es nur Edvard Munch und dessen Erbe bedarf dementsprechend der aufwendigen Pflege wie eine seltene Pflanze.

Stattdessen wurde in den vergangenen Jahren Munch zunächst nicht ernst genug genommen und dann aus politischen Erwägungen heraus instrumentalisiert. Solch ein Umgang schadet nicht nur dem Erbe des Künstlers, sondern auch dem Ansehen Norwegens in der (Kunst)Welt. Besonders problematisch verhält sich die Fortschrittspartei. Bei so großen Bauprojekten schwenkt man nicht einfach aus populistischen Gründen um, sondern muss seine Linie von Beginn an gut durchdenken. Wäre das FrP-Nein schon vor Jahren klar gewesen, hätten Hoyre und Ap sich sicherlich arrangiert und gemeinsam eine Lösung erarbeitet. Das wäre ohnehin der beste Weg gewesen, denn nur eine breite Mehrheit kann sicherstellen, dass so ein langwieriges Großprojekt nicht wie jetzt geschehen durch wechselnde Regierungsmehrheiten gefällt wird. Ein neues Munch-Museum ist für Norweger und Touristen und kein Spielball für Politiker.<<


KOPENHAGEN. Am Mittwochabend wird in der Frankfurter Schirn die aus Paris kommende große Munch-Ausstellung “Munch – der moderne Blick” mit dessen nach 1900 entstandenen Bildern eröffnet. Im Beisein der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit, das sei hier nicht verschwiegen. Als kleinen Vorgeschmack schonmal ein Video, das der große Maler Edvard Munch selber aufgenommen hat. Kürzlich waren erstmals Tonaufnahmen Otto von Bismarcks veröffentlicht worden (hier dazu ein Artikel in Die Welt und der O-Ton im Artikel von Spiegel Online). Nun führt also Edvard Munch die Kamera im damals noch recht neuen Medium Film. Die Stimme allerdings ist nicht von Munch, sondern stammt vom Schauspieler Joachim Król.

Mehr hier sobald ich aus Frankfurt zurück bin.


KOPENHAGEN. Die diesjährige Frankfurter Buchmesse ist schon lange vorbei, doch einige der Ausstellungen mit isländischer Kunst, die aus dem Anlass in Frankfurt gezeigt werden, laufen noch, darunter auch jene mit Erró. Die Schirn bat mich, am kommenden Dienstag, 15. November, eine so genannte “Expertenführung” durch die Ausstellung zu machen. Bei diesen Veranstaltungen führen Externe statt der Kuratoren oder klassischen Kunstvermittler duch die Ausstellungen, deshalb hätte es genausogut “Laienführung” heißen können. Jedenfalls ist jeder Interessierte herzlich willkommen um 19 Uhr und natürlich auch beim Termin darauf, wo der Sammler Harald Falckenberg führt. Mehr Infos zu meiner Tour gibt es in einem Text im Schirn-Magazin.

Sehenswert dürften in Frankfurt übrigens auch die Ausstellungen von Douglas Gordon im MMK und Portikus sowie Ed und Nancy Kienholz, ebenfalls in der Schirn, sein.

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