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KOPENHAGEN. Im dänischen Louisiana Museum werden noch bis Anfang März frühe Zeichnungen Andy Warhols ausgestellt. Dazu habe ich heute einen Artikel in The Wall Street Journal. . Online ist dieser hier zu lesen und gestern gab es noch ein Video-Interview zum Thema in WSJ Lunch Break. Ein etwas ausführlicherer Text hier auf Deutsch:

Der Gesichtsausdruck des jungen Mannes auf dem Bild erinnert an die Porträts von Egon Schiele, ebenso wie die Kleider Falten werfen und die Hand mit ihren knöchrigen Fingern. Doch statt sich lasziv oder verträumt dem Betrachter hinzugeben wie es Schieles Porträtierte gerne tun, setzt dieser sich gerade einen Schuss in die Venen des linken Armes. Das passt eher zu einer Fotografie von Nan Goldin. Tatsächlich sind die frühen Zeichnungen Andy Warhols, die im Frühjahr erstmals in einer Museumsausstellung zu sehen sein werden, eine besondere Mischung. „Unser Haus hat viel Warhol gezeigt und besitzt einige Werke. Ich finde das Material extrem interessant, weil es eine unbekannte Seite des großen Pop-Art-Künstlers offenbart“, sagt Poul Erik Tøjner, Direktor des dänischen Museums Louisiana und Kurator der Ausstellung. Auf dem Stand des Münchener Galeristen Daniel Blau entdeckte er bei der Art Basel die Zeichnungen Warhols. „Hier wird der Öffentlichkeit erstmals gezeigt, wie Warhol bevor er bekannt wurde gezeichnet hat und da lässt sich ein leichter Strich erkennen und gleichzeitig Themen wie Schmerz und Oberflächlichkeit“, so Tøjner. Rund 200 Arbeiten hat er aus dem Bestand von Blau ausgewählt. Darunter auch „Tom“ (1954), ein androgyner Jüngling im Profil, der an David Bowie vor ein paar Jahrzehnten erinnert als wäre er damals von Wolfgang Joop gezeichnet worden. „Warhols damalige Ästhetik und die der Mode und Modefotografie oder –zeichnung liegen nah beieinander“, sagt der Kurator.

Vor ein paar Jahren zeigte Louisiana, ebenfalls von Tøjner kuratiert, Warhol und Munch in einer gemeinsamen Ausstellung. Damals wurden jene Munch-Motive, die der Amerikaner in seiner Art reproduziert hatte, ausgestellt. Diesmal stehen die frühen Zeichnungen Warhols für sich alleine. „Warhol ist einer der wenigen Künstler, dessen Werk jedem Museumsbesucher in irgendeiner Weise ein Begriff ist. Das macht es möglich, dass sich die Leute voll auf seine Zeichnungen, die sie ja noch nie gesehen haben, konzentrieren und diese für sich entdecken können.“


KOPENHAGEN. Politik wird mit Autorennen so selten in Verbindung gebracht wie Kunst. Insofern bildet das Formel 1- Rennen in Bahrain eine doppelte Ausnahme. Es wurde diskutiert, inwieweit in diesem Staate, der seine Bürger unterdrückt, überhaupt ein derartiges internationales Großereignis stattfinden darf. Zugleich wurde diese Aufmerksamkeit von eben jenen Bürgern genutzt, um wiederum mehr Aufmerksamkeit für deren Demonstrationen zu bekommen.

Und zur Kunst: Der deutsche Fotograf Andreas Gursky hat mehrfach in politisch heiklen Ländern fotografiert – neben Nordkorea auch in Bahrain und dort ausgerechnet die dortige Autorennstrecke. Die Arbeit “Bahrain I” (2005) ist derzeit in der großen Gursky-Einzelausstellung im Louisiana Museum nördlich von Kopenhagen zu sehen, meine Kritik für art online dazu hier. Mitten im Zentrum von Kopenhagen gibt es einen Park, dessen ungewöhnliche Gestaltung an Gurskys Draufsicht auf Bahrain erinnert, die Parallele erläutere ich in meiner Architekturkritik eben jenes Parks vor dem Kopenhagener Sitz der Bank SEB für die deutsche bauzeitung (online ist nur der Einstieg zu lesen, also bitte bestellen. Ein Blick ins E-Paper lässt die Parallele bereits erkennen.).


KOPENHAGEN. Mit dem chinesischen Künstler und Regime-Kritiker Ai Weiwei ist es ein wenig wie mit Gagosian – oder Starbucks. Kaum ein Ort, an dem es sie nicht gibt. Derzeit sind Werke von Ai Weiwei im Louisiana Museum nördlich von Kopenhagen zu sehen (noch bis 12.2.) – u.a. . Er zeigt die Bäume und Porzellanstufen, die kennt, wer vergangenes Jahr beim Gallery Weekend in Berlin war, und dazu einige Filme. Deren Spielzeit zwingt einen, wollen sie komplett gesehen werden, fast die ganze großzügige Öffnungszeit in der Ausstellung zu verbringen. Doch auch ein paar Minuten geben schon einen Eindruck von den Filmen, die an der Schnittstelle zwischen Kunst und Dokumantarjournalismus entstanden sind. Ai Weiwei zeigt sich einmal mehr als Aktivist, der – Michael Moore nicht unähnlich – Zustände, die für ihn Mißstände sind, vorführt. Beeindruckende Werke, deren Stärke auch darin besteht, dass man nicht Ai Weiwei sein muss, um Ähnliches zu machen und zumindest im Kleinen Ähnliches zu bewirken. So wie jede Starbucks-Filiale an seinem Ort zwar für akzeptablen Kaffee sorgt, aber auch für ästhetische Langeweile, so kann ein solcher Film ebenfalls einen Unterschied machen – wenn er von Ai Weiwei ist, global, sonst aber vielleicht regional.

Auch in Stockholm ist demnächst eine Ausstellung mit Ai Weiwei zu sehen, die private Kunsthalle Magasin 3 stellt ab Anfang Februar Arbeiten des Chinesen aus. Hoffentlich sind wieder ein paar Filme dabei.


Do it yourself-Gursky (nein, ganz ernst ist das nicht gemeint). Google Maps Screenshot

Do it yourself-Gursky (nein, ganz ernst ist das nicht gemeint). Google Maps Screenshot

KOPENHAGEN. Als er Journalisten durch die Ausstellung des Fotografen Andreas Gursky führte, konnte  Poul Erik Tøjner sich eine Bemerkung nicht verkneifen. Noch während der Ansprache mahnte er die Journalisten zur sauberen Arbeitsweise und wies daraufhin, dass nicht alle Bilder im Katalog auch in der Ausstellung zu sehen sind. Gelächter war die Antwort – vor kurzem hatten zwei dänische Journalisten Werke von Louisiana besprochen, die zwar im vom Museum herausgegebenen Text erwähnt, nicht aber zu sehen gewesen waren. „Es hätte so sein können“ darf eben nur in realistischer fiktionaler Literatur oder künstlerischer Fotografie wie der von Gursky gelten ohne dass eine Lüge entsteht. Viele seiner Arbeiten sind zu schön, um wahr zu sein. Mein Artikel zur Ausstellung mit Referenzen zu Google Earth, Boxenludern und Madonna jetzt bei art online. Um zu erfahren, was es mit Google Earth und Gursky auf sich hat, einfach den Artikel lesen.


KOPENHAGEN. So wie es das Wort Rubens-Dame in unseren Wortschaft geschafft hat, müßte es eigentlich auf dem Freud-Leib ergehen. Wie sein Vorgänger hatte auch der Britte ein Faible für etwas fülligere Modelle, die er als Akt portraitierte. Nun ist Lucian Freud 88 jährig gestorben. Aus diesem Anlass nochmals ein Link auf meinen Vorbericht fürs Kunstmagazin art zur großen Freud-Ausstellung im Louisiana Museum 2007/2008.


KOPENHAGEN. Als ich vor zwei Jahren in der britischen The Art Newspaper die These präsentierte, dass die Preise für Arbeiten des norwegischen Künstlers Edvard Munch angezogen seien, weil der Diebstahl seiner Hauptwerke vier Jahre zuvor so viel Medieninteresse hervorgerufen hatte, stieß das in der Branche nicht nur auf Gegenliebe (hier mein damaliger Kurztext in The Art Newspaper). Diese Theorie war dem ein oder anderen zu profan.

Als jetzt aber im britischen Auktionshaus Bonhams für eine Munchlithographie (eine Version der “Madonna”) der zweithöchste Preis aller Zeiten erzielt wurde, gab das Auktionshaus in der Unterzeile der Pressemeldung zu erkennen, dass Skandale der Aufmerksamkeit und damit dem Preis eher förderlich sind. “Model for Controversial Image Shot in Hotel Room”, heißt es da.

Das dänische Kunstmuseum Louisiana vor den Toren Kopenhagens zeigt übrigens gerade die Ausstellung “Warhol nach Munch”, u.a. zu sehen: mehrere Versionen der Madonna und was Warhol daraus machte. Alleine die Hängung und Ausstellungsraumgestaltung macht “Warhol nach Munch” sehenswert. Die Schau wird durch einen schwarz-gestrichenen Raum mit den ersten Munchs betreten, dann folgt ein Zimmer mit weiß und Warhol – der Erleuchtung wird manchmal durch ganz simple Efferkte nachgeholden.

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