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KOPENHAGEN. Nur kurz aus aktuellem Anlaß der Hinweis auf meinen Bericht für Die Welt zu den Festnahmen von heute.
KOPENHAGEN. Deutsche Zeitungen und Magazine haben offenbar genug von Kurt Westergaard. Jedenfalls lautete die Standardantwort, als ich eine Geschichte über den Zeichner der Mohammed-Karikatur angeboten habe: “Der wurde doch gerade in Berlin geehrt und jetzt nun wirklich ausgiebig in den Medien”. Das mag sein. Überrascht hat mich das Desintresse doch ein wenig, weil ein deutscher Journalist nicht alle Tage die Möglichkeit bekommt, Westergaard in seinem Haus zu besuchen.
Schließlich fand sich mit der schweizer Sonntagszeitung doch ein Interessent. Und selbst wenn ich keinen Abnehmer für meine Geschichte gefunden hätte: Ich wäre wohl trotzdem gefahren. Ich war einfach zu gespannt auf ein Treffen mit dem Zeichner. Immerhin ist der Mann inzwischen so etwas wie ein Objekt der Zeitgeschichte. Da kann es nicht schaden, ihn persönlich zu treffen und mal ein 3-Stunden-Gespräch aufzuzeichnen.
Was mir schon nach den ersten 15 Minuten aufgefallen ist: Über Kurt Westergaard kann man nicht nur 1000 verschiedenen Geschichten schreiben, der Mann erzählt auch selbst gerne 1000 Geschichten.
So ist der Text also nur eine von unzähligen verschiedenen Möglichkeiten sich Kurt Westergaard zu nähern. Die Geschichte ist am gestrigen Sonntag erschienen und online nachzulesen.
KOPENHAGEN. Eigentlich hätte der dänische Mohammed-Karikaturist Kurt Westergaard am morgigen Dienstag, 4. Mai, im ZDF bei Markus Lanz ein Interview geben sollen. Doch der Sender sagte das Gespräch angeblich aus Angst um die Sicherheit seiner Mitarbeiter während und nach der Show ab. Nach Angaben von Westergaards Galleristen Erik Guldager habe ihm das ZDF dies mitgeteilt. Guldager sprach in diesem Zusammenhang von „Selbstzensur“ und einer „neuerlichen Stigmatisierung“ des Zeichners. Bereits im Januar hatte sich das Auktionshaus Lauritz.com aus Terrorangst geweigert, eine Zeichnung Westergaards zu versteigern, dessen Erlös den Erdbeben-Opfern in Haiti hätte zugute kommen sollen.
Schade, dass Westergaard bei Lanz nicht zu sehen sein wird, obwohl ich mir für den kontroversen Karikaturisten einen besseren Fragensteller als Lanz vorstellen kann. Der dänische Zeichner Kurt Westergaard war mehrmals mit Mord bedroht worden. Zuletzt deckten im März Geheimdienste einen Anschlag auf. Dennoch gibt er sich bis heute unbeugsam. Als sich im Februar die dänische Zeitung Politiken im Februar für die Kränkungen entschuldigte, die der Abdruck seiner Karikatur bei Muslimen hervorgerufen hat, sprach Westergaard von einem “Kniefall vor dem Islamismus”.
Erst vor kurzem hatte Westergaard bekannt gegeben, seinen Beruf aufgeben zu wollen – jedoch ganz lapidar aus Altersgründen. Er will mit der Zeitung Jyllands-Posten als Arbeitgeber demnächst über seinen endgültigen Wechsel in den Ruhestand sprechen.
Zum geplatzten Interview mit Markus Lanz will sich das ZDF am heutigen Montag äußern, wie ein Pressemitarbeiter erklärte.
