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KOPENHAGEN. Die Europäische Raumfahrtagentur ESA hat gestern um 16 Uhr ein Satellitenbild veröffentlicht, das die auf dem Foto 400 Kilometer lange Aschewolke zeigt, die von Island aus Richtung Südosten strömt. Es ist ein erfrischend deutlicher Blick auf ein Phänomen, das man vom Boden aus nicht sieht, das aber doch über großen Teilen Europas allgegenwärtig sein soll.

Die Aschewolke des Eyjafjalla-Vulkans aufgenommen am 19. April um 15 Uhr (Foto: ESA)

Die Aschewolke des Eyjafjalla-Vulkans aufgenommen am 19. April um 15 Uhr (Foto: ESA)

In den vergangenen Tagen hat man viele Simulationen gesehen. Rechenmodelle, die zeigen, wo sich die Aschewolke des isländischen Eyjafjalla-Vulkans gerade befindet. Zumindest sollen sie das. Denn das tatsächliche Wissen um die genaue Konzentration der Partikel ist ziemlich gering. Berechnungen der Verbreitung der Asche beruhen auf Schätzungen, wieviel Material der Vulkan in die Luft schleudert, wie stark der Wind ist, aus welcher Richtung er kommt, Temperatur, Luftdruck uns so weiter. Handfeste Daten gibt es hingegen nur wenige. Auch ein Grund, warum der Luftraum über halb Europa seit fast einer Woche pauschal gesperrt war beziehungsweise in manchen Teilen immer noch ist.

Sicherheit geht vor, und es wäre nicht auszudenken, wenn ein Flugzeugunglück auf Grund der Vulkanasche geschehen würde, nur weil der Mensch sich nicht in Geduld üben kann und Lufträume zu früh wieder öffnet. Dafür will niemand die Verantwortung übernehmen, weshalb die in manchen Augen vielleicht etwas übertriebene Vorsicht der Flugsicherungen einzelner Länder durchaus verständlich und auch richtig ist.

Ziel ist es nun, die Rechenmodelle mit zusätzlichen und vor allem präziseren Daten zu füttern, um ein genaueres Bild über die Entwicklung der Aschewolke zu bekommen. Testflüge finden statt, die Daten gehen an die vulkanologische Abteilung des Metereologischen Instituts in London, wo sie ausgewertet werden. Am Ende müsste ein Modell stehen, das die genaue Partikelkonzentration an jedem beliebigen Punkt angeben kann. Eigentlich unglaublich, dass angesichts der modernen Technik von heute nicht schon längst möglich ist. Für den Eyjafjalla-Vulkan könnte so ein Modell zu spät kommen. Für die Zukunft aber wird es von großer Bedeutung sein. Denn weitere Ausbrüche kommen bestimmt.

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