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KOPENHAGEN. Ab Oktober wird Evard Munchs wohl berühmtestes Bild “Der Schrei” für sechs Monate im MoMA in New York ausgestellt werden. Es handelt sich um die in Frühjahr versteigerte Version aus dem Besitz des Norweges Petter Olsen (hier meine Geschichte über den Hintergrund der Versteigerung für Die Welt, hier ein Sammler-Porträt, das ich für artnet über Olsen schrieb) . Das ist schön für New Yorker und die Besucher, die dorthin kommen.

Erinnert sei aus diesem Anlaß aber auch noch einmal daran, dass in Oslo sowohl die Nationalgalerie als auch das Munchmuseum weitere Schrei-Gemälde haben, die sind dort nicht nur für ein paar Monate, sondern auf ewig zu sehen (wenn diese nicht gerade im Magazin liegen). Außerdem gibt es natürlich noch einige graphische Versionen des Motivs, das zu den bekanntesten der Kunsgeschichte gehört.


KOPENHAGEN. Kaum war der Hammer für Munchs “Schrei” bei mehr als 100 Mio. US-Dollar gefallen, fragte man sich in Norwegen auch schon: Was kann uns das nutzen? Kultur und Politik wollen die Aufmerksamkeit von dem Auktionsrekord auf das Land und dessen Kunstszene lenken. Zu dem Thema morgen, Dienstag, 29. Mai, ein Beitrag von mir bei WDR 3 Resonanzen.

Passenderweise kam die Arbeiterpartei (Ap) in Oslo (dort in Opposition, doch national ist sie die größte Regierungspartei) am vor wenigen Tagen mit dem Vorschlag die U-Bahn-Station beim Munch-Museum doch von Tøyen in “Munch-museet” umzubenennen. Ap gehört zu jener Minderheit, die den Neubau des Munchmuseums am Platze des derzeitigen Gebäudes realisieren möchte. Derzeit gibt es für keine der Alternativen des neuen Munch-Museums im Stadtrat von Oslo eine Mehrheit. (Zum Thema auch mehr von mir bei artnet, The Art Newspaper und Deutschlandradio Kultur – letzterer Beitrag zeigt, dass das Thema neues Munch-Museum schon lange diskutiert wird.)


KOPENHAGEN.Gutes Tun und drüber reden – das hat der Norweger Petter Olsen geschafft, zumindest hat er es geschafft, den Verkauf von seiner Version von Edvard Munchs “Der Schrei” wie eine Art Wohltätigkeitsauktion aussehen zu lassen. Er verkaufe, um damit den Bau eines neuen Munch-Museums zu finanzieren. Doch ist er wirklich nur ein Philanthrop oder verkauft er sich einfach nur ähnlich gut wie seinen Schrei? Ich bin der Frage für artnet nachgegangen, das Resultat ist hier zu lesen. Vorab: ein Vergleich Olsens mit Prinz Charles schien mir als Ausgangspunkt angemessen.


KOPENHAGEN. Über den norwegischen Ölfonds habe ich bereits viel geschrieben, zuletzt hier in Die Welt. Vor der Küste des Landes lagern umfangreiche Öl- und Gasvorkommen, deren Ausbeutung das relativ bevölkerungsarme Land sehr reich gemacht hat. Während fast der komplette Rest Europas in Schulden versinkt, erwirtschaftet der norwegische Staat Überschüsse, die via Ölfonds im Ausland angelegt werden. Die Strategen des Fonds kaufen Aktien, Festverzinsliches und neuerdings auch Immobilien. Was bisher nicht auf der Einkaufsliste steht, ist Kunst. So grundauf verschiedene Politiker wie der Sozialdemokrat Trond Giske und der rechtsliberale Populist Carl I. Hagen haben schon vorgeschlagen, dass der Fonds auch Kunst kaufen solle. Ich hielt das lange für eine schlechte Idee, habe meine Meinung aber geändert, sofern es sich für den Kunstmarkt um relevante, für den Ölfonds aber kleine Summen handelt (selbst 1 Prozent des Fondswertes würde derzeit rund 4 Mrd. Euro ausmachen – es ist also möglich, diese Bedingung zu erfüllen). Für die norwegische Publikation Kunstkritikk schrieb ich einen Gastbeitrag und argumentierte für den Einsatz von Öl-Geldern für die Kunst, hier auf Norwegisch zu lesen.

Anders als der Schriftsteller Erik Fosnes Hansen, der heute in Aftenposten schrieb, Der Schrei hätte wieder nach Norwegen gekauft werden sollen, bin ich nicht der Meinung, das Bild hätte wieder in Norwegen landen sollen. In norwegischen Museen gibt es bereits drei Versionen des Schrei, da ist es doch sinnvoller, die vierte kommt ins Ausland und weckt so dort das Interesse an Munch und großer Kunst.


KOPENHAGEN. Nicht nur vor der großen Munch-Auktion wurde spekuliert, dass Katar Edvard Munchs “Der Schrei” kaufen will. Auch nach der 120-Mio. Dollar Auktion bei Sotheby’s hieß es – gemeldet von dpa – bald, Katar habe gekauft. Doch nun berichtete gestern die norwegische Zeitung Aftenposten es sei mitnichten das dortige Königshaus, sondern das Getty Museum. Ich twitterte einen Link zu dem Artikel und mein Tweet wurde daraufhin vom Getty Museum als Favorit gekennzeichnet - ein Eingeständnis, dass sie das berühmte Bild wirklich ersteigert haben?


KOPENHAGEN / NEW YORK. Nun ist die einzige im Privatbesitz befindliche Gemälde-Version von Edvard Munchs “Der Schrei” versteigert worden, für 107 Mio. exkl. Aufgeld. Der höchste auf einer Auktion je erzielte Preis. Dieser Tage findet in New York auch die Kunstmesse Frieze statt. Ich war bereits im März da und habe mir die Konkurrenzmesse Armory Show angeschaut, dort interviewte ich Direktor Noah Horowitz zur Messe und zum Kunstmarkt. Über ersteres schrieb ich einen Text für Die Welt und The Art Newspaper und zu letzterem gab es gerade beim WDR von mir einen Beitrag, gesprochen von der geschätzten Kollegin Bettina Ritter. Wer gerade keine zwei- oder dreistelligen Millionensummen zur Hand hat, um einen Munch zu kaufen, schaue sich doch einmal bei der anstehenden Munch-Auktion bei Blomqvist in Oslo um.


KOPENHAGEN. Wer Deutschlandradio hört oder die Websites deutschsprachiger Medien liest (z.B. Focus, Tagesanzeiger, Perlentaucher, ZDF) weiß seit heute morgen oder gar schon gestern abend, dass die Nachfahren von Hugo Simon – Besitzer des Gemäldes “Der Schrei”  bevor es an die Familie Olsen ging – mit dem Verkauf nicht einverstanden sind. Juristisch haben sie keinerlei Bedenken, wohl aber moralisch. Schließlich habe Simon – im Exil, weil vor den Nazis geflohen – das Bild in einer Zwangslage verkauft. Die Meldungen in den deutschen Medien beruhen auf den Recherchen, die ich für “Die Welt” angestellt habe – angestoßen hatte die Geschichte Kollege Tim Ackermann, der zuvor für die Welt Jan Maruhn und Nina Senger interviewt hatte. Der zugehörige Artikel ist nun auch online zu lesen und zwar hier.

Der Titel des Blogeintrags und meines Welt-Artikels (je nach Version – es gibt verschiedene Überschriften) bezieht sich übrigens auf diese Ausstellung, die im Munch Museum in Oslo und Arken in Kopenhagen zu sehen gewesen ist.


KOPENHAGEN. Übermorgen wird nun bei Sotheby’s in New York eine Pastell-Version von Edvard Munchs “Der Schrei” versteigert. Es ist die einzige in Privatbesitz (derzeit noch von Petter Olsen), drei andere Versionen hängen in norwegischen Museen. Das Munch Museum besitzt die größte Sammlung von Werken des Norwegers und ist beim Google-Art-Project mit dabei. Deshalb kann die dortige Version des Schrei (von 1910) zusammen mit etlichen anderen Werken genauestens daheim am Computer studiert werden und zwar hier und ohne zwei- oder dreistellige Millionen-Summen dafür ausgeben zu müssen (Mittwoch wissen wir, ob es wirklich eine dreistellige Millionensumme wird und wenn, ob in Dollar oder gar Euro).

Außerdem gibt es im e-Museum des Munch Museums noch mehr Informationen online, darunter den berühmten Satz, den Munch zum Gemälde “Der Schrei” schrieb in englischer Übersetzung (die jetzt zum Verkauf kommende Version ist übrigens die einzige, die mit diesem Text versehen ist).

Der Schrei beim Google-Art-Project


KOPENHAGEN. Soeben erreicht mich eine E-Mail-Pressemitteilung der Frankfurter Kunsthalle Schirn mit der Ankündigung, dass bereits 150 000 Besucher die seit Februar geöffnete Ausstellung “Munch – Der moderne Blick” gesehen haben. Beeindruckend. Das findet auch Direktor Max Hollein, der in der Pressemeldung sagt: „Die Ausstellung ist auf dem besten Weg, die erfolgreichste Schau in der Geschichte der Schirn Kunsthalle zu werden“, so Direktor Max Hollein. „Alle, die sie noch nicht gesehen haben, sollten sie nicht verpassen.“

Zwei Munch-Zahlen und ein Rechenexempel, das zu einer dritten führt: 400. Wenn jeder der 150 000 Besucher 400 Euro zahlen würde, kämen 60 Mio. Euro zusammen. Das sind 80 Mio. US Dollar und damit die Taxe für Edvard Munchs “Der Schrei”, der am 2. Mai bei Sotheby’s in New York versteigert werden soll (und aus der Sammung Petter Olsen stammt). Da klingt dieser doch gar nicht mehr so teuer und nachdem das Frankfurter Städel von den Bürgern für den Umbau großzügige Spenden erhalten hat, vielleicht eine Option, Munchs Schrei doch noch nach Frankfurt zu holen (zur Schirn-Ausstellung gehört nämlich keine der vier Unikate oder auch Multiple von Munchs bekanntestem Motiv). Ist nur ein Rechenexempel, aber zeigt, was machbar wäre mit noch mehr bürgerlichem Engagement für die Kunst (und wenn die Gebote auf 100 Mio. Euro hochschnellen, sind es halt ewas mehr als 600 Euro pro Person. Wobei, bis dahin wird auch die Munch-Ausstellung in Frankfurt noch mehr Besucher anziehen – die  Ausstellung ist noch bis zum 28. Mai 2012 geöffnet.). Für das Magazin von artnet schrieb ich eine Kritik zur Frankfurter Ausstellung und in der aktuellen Ausgabe von art ist auf Seite 112 von mir ein Text zur Auktion.

Heute lädt die Schirn übrigens zum Edvard Munch Filmabend. Hier ein Film von Munch mit Joachim Króls Stimme:


FRANKFURT. Solch einen Andrang hatte die Frankfurter Schirn selten erlebt. Schaulustige stauten sich vor dem Eingang anlässlich der Eröffnung der Ausstellung “Munch – Der moderne Blick”. Das Interesse an Edvard Munch ist in Deutschland groß, keine Frage. Noch größer war aber wohl das Interesse an Kronprinzessin Mette-Marit, die zur Eröffnung kam. Deshalb also dieser außergewöhnlich große Andrang.

Here comes the Sun - Museumsdirektor und Kronprinzessin. (Foto: Ausstellungseröffnung „Edvard Munch. Der moderne Blick“  © Schirn Kunsthalle, Foto: Martin Joppen)

Here comes the Sun - Museumsdirektor und Kronprinzessin. (Foto: Ausstellungseröffnung „Edvard Munch. Der moderne Blick“ © Schirn Kunsthalle, Foto: Martin Joppen)

Die Ausstellung ist sehr sehenswert, nicht nur, weil es Munch ist, sondern auch wegen der spezifischen Auswahl. Der Schrei fehlt, aber beinahe darum geht es eigentlich. Denn gezeigt wird einmal ein anderer Blick. “Munch – Der neue Blick” wäre deshalb eigentlich der passendere Ausstellungstitel gewesen, wie ich in meinem Artikel über die Schau bei artnet argumentiere.

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