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KOPENHAGEN. Gerade hat die skandinavische Fluggesellschaft SAS ihren Bericht für das erste Quartal 2010 veröffentlicht, und es sieht nicht gut aus. Der Konzern machte bereits vor vor Beginn der Flugverbote durch den Vulkanausbruch in Island einen Verlust von umgerechnet 73,3 Millionen Euro. Vor Steuern belief sich das Minus im ersten Quartal auf etwa 101 Millionen Euro. Die Zahlen liegen auf dem Niveau des Vorjahres. Der Umsatz ging in den Monaten Januar bis März um 16 Prozent zurück auf 986 Mio. Euro.

Flieger auf dem Kopenhagener Flughafen. (Foto: Bomsdorf)

Flieger auf dem Kopenhagener Flughafen. (Foto: Bomsdorf)

Wie gesagt: Das Ganze noch ohne Vulkan. Doch der wird die ohnehin schon schwer angeschlagene Fluggesellschaft weiter bluten lassen und auch 2010 zu einem ganz schweren Jahr machen, heißt es bei SAS. Der Konzern rechnet damit, dass der Eyjafjalla-Vulkan mit etwa 47,8 Millionen Euro zu Buche schlagen wird. Eine zusätzlich finanzielle Belastung, mit der die skandinavische Airline noch mehr zu kämpfen haben wird als die Konkurrenz, die von den Flugausfällen ebenfalls massiv betroffen ist.

Der Vulkanausbruch könnte sich auch auf die noch bis zum 29. April laufende Neuemission von Aktien auswirken. Sie soll 500 Millionen Euro in die klammen Kassen spülen. Für den Fall, dass nicht alle Wertpapiere gezeichnet werden, stünden sechs große Banken – JP Morgan, Nordea, SEB, DnB Nor, Royal Bank und Scotland sowie Danske Bank – mit Garantien bereit, die maximal 42,4 Prozent der Emission entsprächen. Allerdings, so schreibt die schwedische Zeitung Svenska Dagbladet heute, können die Geldinstitute laut Abkommen von ihren Garantien zurücktreten, wenn “besonders negative Ereignisse” eintreten. Der Vulkanausbruch in Island wäre so ein Ereignis. SAS läuft also Gefahr, seinen Rettungsanker zu verlieren.

Trotz der schlechten Nachrichten will man bei SAS vorerst nicht beim etwa 810 Millionen Euro schweren Sparprogramm SAS Core nachbessern, der nach Konzernangaben bereits zu 63 Prozent umgesetzt ist.

Die Fluggesellschaft wird immer wieder in Zusammenhang mit einem Aufkauf durch eine größere Fluggesellschaft – und da vor allem durch die deutsche Lufthansa – gebracht. Die komplizierte Eigentümerstruktur mit Dänemark (14,3 Prozent), Schweden (21,4) und Norwegen (14,3) als Anteilseigner macht ein solches Geschäft jedoch schwierig. Zwar haben bereits alle drei Länder signalisiert, dass sie sich einen Verkauf von SAS vorstellen können. Dafür müsse der Konzern aber besser dastehen. Und davon kann derzeit keine Rede sein.

Derzeit schielt SAS (andere Fluglinien übrigens auch) auf staatliche Hilfen. Doch Schwedens Wirtschaftsministerin Maud Olofsson hat bereits abgewinkt, obwohl die EU-Kommission für finanzielle Zuschüsse der Staaten niedrige Hürden ansetzen will.

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