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KOPENHAGEN. Genau, das Unternehmen ging nämlich vor einem Jahr von GM in den Besitz von Spyker über. Heute wurde in Trollhättan das Jubiläum gefeiert, als “Independence Day”. Kollegin Margot Hucko und ich haben für die FTD berichtet, online hier zu lesen.
OSLO. Die Schweden haben mich heute wieder einmal beeindruckt. Es gibt ja derzeit wirklich viel zu klagen für die Bürger des Musterwohlfahrtstaates. Die Arbeitslosenquote kratzt derzeit an der für Schweden fast schon beleidigenden 10-Prozent-Marke und liegt damit deutlich höher als in Deutschland. Die liberal-konservative Regierung unter Premier Fredrik Reinfeldt muss seit Monaten und Jahren sparen, was sich in den Sozialleistungen niederschlägt, und mit Saab und Volvo befinden sich die ehemaligen Flaggschiffe der schwedischen Automobilindustrie in ausländischer Hand. Niemand weiß wirklich, was langfristig mit den Tausenden Arbeitsplätzen passieren wird. Zwar befindet sich die schwedische Krone seit Wochen und Monaten auf Erholungskurs, bis zu alter Stärke ist es aber noch ein Stück. Und die Euro-Krise dürfte die kleine, frei handelbare Währung wieder unter Druck setzen.
In solchen Zeiten reagiert der Wähler schonmal leicht verschnupft und kann dem Reflex nicht immer widerstehen, sich von den etablierten Parteien abzuwenden. Die Geschichte zeigt das oft. Dafür muss man noch nicht einmal das berühmteste Beispiel (Hitlers Aufstieg im Zuge der Weltwirtschaftskrise) bemühen. Dafür reicht auch ein Blick nach Ungarn, wo erst vor kurzem die rechtsextreme Jobbik-Partei bei der Parlamentswahl einen beängstigenden Erfolg feiern konnte. Aber auch in den Niederlanden, Italien, Dänemark und Norwegen sind rechtspopulistische Parteien längst politische Realität. Ihre Politik richtet sich vor allem gegen Einwanderer, die sie als Sündenbock für Wirtschaftskrisen und überhaupt alles, was im Staate nicht reibungslos läuft, ausgemacht haben. Manche propagieren das offen (Geert Wilders Partei für die Freiheit in den Niederlanden, Pia Kjærsgaards Dänische Volkspartei), andere eher subtil (Siv Jensens Fortschrittspartei in Norwegen).
Selbst in Schweden, das in diesem Punkt bisher eine rühmliche Ausnahme war, musste man ein Erstarken des rechten Randes befürchten. Die Schwedendemokraten konnten lange Zeit hoffen, bei der Wahl im Herbst die 4-Prozent-Hürde zu nehmen und damit in den Reichstag einzuziehen. Doch eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Skops zeigt: Die Rechtspopulisten/-extremen scheinen mit ihrer ausländerfeindlichen Propaganda bei den Schweden nicht zu verfangen. Die Schwedendemokraten stürzen von 5 auf 2,9 Prozent ab. Statt dessen gehen die etablierten Kräfte gestärkt aus der Umfrage hervor. Reinfeldts Moderate Sammlungspartei gewinnt 2,2 Punkte hinzu und liegt jetzt bei 30,3 Prozent. Die Sozialdemokraten bleiben nahezu konstant bei 33,7 Prozent. Die Verlierer sind die kleinen Parteien und Protestgruppen. In schwierigen Zeiten wie dieser nicht nur ein bemerkenswertes Ergebnis sondern auch ein bewundernswertes.
Dass die Schweden laut einer neuen Studie der Universität in Göteborg auch generell den Einwanderern wieder positiver gegenüber stehen, lässt hoffen, dass es sich bei dem Umfrageergebnis nicht nur um eine Momentaufnahme handelt, sondern es sich auch bei der Wahl im September bewahrheiten könnte. Die Rechtspopulisten/-extremen hatten und haben in Schweden trotz Krise keine Chance. Der schwedische Wähler ist eben doch der geborene homo oeconomicus. Chapeau.
