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KOPENHAGEN. Norwegischen Online-Medien war es eine Eilmeldung wert UND EINE KORREKTUR : NICHT DAS MUSEUM SELBER; SONDERN DANEBEN BRANNTE ES, DIE FEUERWEHR HATTE FALSCH GEMELDET: heute Nachmittag fing der Neubau des Astrup Fearnley Museums in Oslo an zu brennen. Aus der obersten Etage loderten Flammen, glücklicherweise waren weder Personal noch Kunst vor Ort und das Feuer konnte dann auch recht schnell wieder unter Kontrolle gebracht werden. Schaden und Ursache sind noch unbekannt. Das Privatmuseum mit Werken von Bjarne Melgaard (zu einer Solo-Ausstellung mit ihm hier dazu eine Vorschau von mir bei art, siehe auch das Video aus dem YouTube-Kanal des Museums), Cindy Sherman, Jeff Koons und Damien Hirst (u.a. natürlich) sollte im September im Neubau eröffnen, gezeichnet hat das Gebäude an der Hafenspitze Oslos übrigens Renzo Piano.
Auch The Art Newspaper war der Ausbruch des Feuers eine kleine Meldung online wert, schließlich handelt es sich um das bekannteste Privatmuseum Norwegens, wenn nicht Nordeuropas – hier mein Textchen. Erfahren habe ich vom Brand übrigens über twitter, hier geht es zum Account des Museums und hier zu meinem.

Vilhelm Hammershøi (1864 – 1916) Stående nøgen kvinde Statens Museum for Kunst
KOPENHAGEN.
Der Däne Vilhelm Hammershøi gilt als Meister des stillen Interieurs, Stadtansichten sind ebenso seine Stärke. Die dänische Nationalgalerie setzt ihn jetzt in Kontext zu europäischen Zeitgenossen und versammelt eine Menge hochklassiger Kunst, doch leider widerspricht der Ausstellungsaufbau Hammershøis Qualitäten. Statt Stille herrscht Reizüberflutung.
Bonnard, Khnopff, Munch, Carriére – die Nationalgalerie hat Arbeiten von sehr bedeutenden Zeitgenossen leihen können. Doch weil der Gedanke der Ausstellung nicht klar wird, wirkt diese Zusammenstellung ein wenig wie Namedropping. Dabei können auch kurze Hinweise manchmal ausreichen, um die Ausstellungsbesucher nicht im Unklaren zu lassen – das zeigten zum Beispiel die Kuratorinnen Christine Heidemann und Anne Kersten mit der gerade zu Ende gegangene Ausstellung „Belvedere. Warum ist Landschaft schön?“ im arpmuseum Bahnohof Rolandseck. Meine komplette Ausstellungskritik ist jetzt bei art online zu lesen.
Ein Teil der ausgestellten Gemälde des Dänen wird am 11. Juni bei Sotheby’s in London für sechstellige Summen versteigert werden.
KOPENHAGEN. Wenn es in der internationalen Presse einen Lobbyisten Nordeuropas gibt, dann ist es Tyler Brûlé. Während – von reinen Architektur- und Designmagazinen einmal abgesehen – Dänemark, Finnland, Island, Norwegen und Schweden in Magazinen meist kaum vorkommen, ist mir keine Ausgabe von Monocle untergekommen, in der nicht zumindest aus einem der Länder eine größere Geschichte war. Über den journalistischen Tiefgang der Texte lässt sich streiten, aber die Themen jedenfalls waren immer interessant und nicht selten originell. Auch vor Gründung von Monocle war Brûlé schon Fan dieser Region, vor 13 Jahren kaufte er sich gar ein Sommerhaus mit eigener Insel (so schlecht scheint manch ein Journalist gar nicht bezahlt…) in den Stockholmer Schären. Doch weil er immer weniger Zeit fand sich dort auszuruhen, wird das Eiland jetzt verkauft, wie Tyler Brûlé in seiner Spiegel Online-Kolumne erzählt.
KOPENHAGEN. Soeben erreicht mich eine E-Mail-Pressemitteilung der Frankfurter Kunsthalle Schirn mit der Ankündigung, dass bereits 150 000 Besucher die seit Februar geöffnete Ausstellung “Munch – Der moderne Blick” gesehen haben. Beeindruckend. Das findet auch Direktor Max Hollein, der in der Pressemeldung sagt: „Die Ausstellung ist auf dem besten Weg, die erfolgreichste Schau in der Geschichte der Schirn Kunsthalle zu werden“, so Direktor Max Hollein. „Alle, die sie noch nicht gesehen haben, sollten sie nicht verpassen.“
Zwei Munch-Zahlen und ein Rechenexempel, das zu einer dritten führt: 400. Wenn jeder der 150 000 Besucher 400 Euro zahlen würde, kämen 60 Mio. Euro zusammen. Das sind 80 Mio. US Dollar und damit die Taxe für Edvard Munchs “Der Schrei”, der am 2. Mai bei Sotheby’s in New York versteigert werden soll (und aus der Sammung Petter Olsen stammt). Da klingt dieser doch gar nicht mehr so teuer und nachdem das Frankfurter Städel von den Bürgern für den Umbau großzügige Spenden erhalten hat, vielleicht eine Option, Munchs Schrei doch noch nach Frankfurt zu holen (zur Schirn-Ausstellung gehört nämlich keine der vier Unikate oder auch Multiple von Munchs bekanntestem Motiv). Ist nur ein Rechenexempel, aber zeigt, was machbar wäre mit noch mehr bürgerlichem Engagement für die Kunst (und wenn die Gebote auf 100 Mio. Euro hochschnellen, sind es halt ewas mehr als 600 Euro pro Person. Wobei, bis dahin wird auch die Munch-Ausstellung in Frankfurt noch mehr Besucher anziehen – die Ausstellung ist noch bis zum 28. Mai 2012 geöffnet.). Für das Magazin von artnet schrieb ich eine Kritik zur Frankfurter Ausstellung und in der aktuellen Ausgabe von art ist auf Seite 112 von mir ein Text zur Auktion.
Heute lädt die Schirn übrigens zum Edvard Munch Filmabend. Hier ein Film von Munch mit Joachim Króls Stimme:
KOPENHAGEN. Die ersten Tages des Prozesses gegen Anders Behring Breivik in Oslo sind vorbei. Nicht nur norwegische Medien berichten en detail. Der richtige Zeitpunkt nochmals auf ein Interview zu verlinken, das ich vergangenes Jahr kurz nach den Terrorakten mit Thorvald Stoltenberg, dem Vater des Ministerpräsidenten Jens Stoltenberg, für den Focus geführt habe.
HELSINKI / LÜBECK. In großen Buchstaben steht es an der Wand des Ateneum geschrieben: Carl Larsson hielt sich für den besten Künstler Schwedens seiner Zeit, so besagt es ein Zitat von ihm. Das Museum in Helsinki widmet Larsson, der besonders in Deutschland beliebt war (sein Buch Ein Haus an der Sonne erschien zuerst dort und zwar mit Startauflage 40 000) eine große Einzelausstellung. Auch in der tritt er vor allem als Illustrator in Erscheinung, wirklich große Kunst würde ich seine Arbeiten genauso wenig (nunja, natürlich doch ein bisschen mehr..) nennen wie die Bilder des Musikers Bob Dylan (gesehen in Kopenhagen in der Nationalgalerie), die statt in einem Museum besser in einem Bilderbuch aufgehoben wären. Larsson, 1853 geboren und 1919 gestorben, damit war er Zeitgenosse von Anders Zorn, der von 1860 bis 1920 lebte und ebenfalls Schwede war. Zeitgleich mit Zorn, dessen Werke auch dem einfachsten noch jede Menge Würde verleihen, zu leben und zu arbeiten und sich dann als größten Künstler der gemeinsamen Heimat zu bezeichnen, dazu gehört schon einiges an Selbstüberschätzung.
Zorns Arbeiten waren bis vor wenigen Tagen im Lübecker Museum Behnhaus Drägerhaus ausgestellt, ich schaffte es gerade noch eine Woche vorher dorthin. In einer aktuellen Pressemeldung zum Abschluss der Ausstellung heißt es: ”Wir hatten zwar vermutet, dass Anders Zorns Kunst in Lübeck ein interessiertes Publikum finden wird. Dass der hierzulande kaum bekannte Künstler aber schließlich über 41.000 Besucher ins Behnhaus-Drägerhaus lockte und – wie die vielen Einträge im Gästebuch zeigen – die Menschen durchweg begeisterte, übersteigt all unsere Erwartungen und erfüllt uns mit großer Freude. Die Wiederentdeckung ist gelungen!” Dr. Anna-Carola Krausse, Kuratorin der Ausstellung
Die Ausstellung mit Larsson in Helsinki läuft noch. (Zu sehen sind Arbeiten von beiden auch via Google Art Project und Nationalmuseum schreibt Svenska Dagbladet)
Kurze Röcke und damit mehr Beweglichkeit beim Eiskunstlauf, ein Besuch bei Hitler auf dem Obersalzberg und das nach ihr benannte Museum – das könnte der Dreisatz des Lebens der Sonja Henie sein. Gestern wäre sie 100 Jahre alt geworden (hier dazu ein Deutschlandradio-Kalenderblatt des Kollegen Eduard Hoffmann).
Die aus Norwegen stammende Eiskunstläuferin war die Katarina Witt ihrer Tage und erregte nicht nur auf den Kufen Aufsehen. Sogar ihr Tod hätte einem Roman John Irvings entspringen können – auf dem Flug von Paris nach Oslo starb sie 57jährig. Beigesetzt wurde Sonja Henie, die in ihren letzten Lebensjahren mit dem norwegischen Reederer Niels Onstad verheiratet war, am Rande des Museums Henie Onstad Kunstsenter, das auf der Sammlung der beiden aufgebaut ist. Am kommenden Samstag findet anlässlich ihres 100. Geburtstages dort ein Jubiläumsball statt (noch mehr Programm hier und die Ausstellung über Sonja Henie hier), auch sonst wegen interessanter Ausstellungen zeitgenössischer und moderner Kunst fast immer einen Besuch wert. Unter anderem zeigt das HOK, wie das Museum abgekürzt wird, bedeutende Arbeiten von Kurt Schwitters, der in Norwegen gelebt hat – zum Teil unterstützt durch die Sparebankenstiftelsen, über die ich vergangenes Jahr einen großen Text für die Welt am Sonntag schrieb. (hier ein kurzer Überblick über die Osloer Kunstszene, den ich für art schrieb, hier mehr aus The Art Newspaper zu Henie Onstad).
KOPENHAGEN. Heut nacht hat die schwedische Kronprinzessin Victoria eine Prinzessin geboren. Das ist den deutschen öffentlich-rechtlichen Fernsehanstallten natürlich viel Aufwand wert. ARD und ZDF werden bei der morgigen Zeremonie aus diesem Anlaß gleich mit mehreren Teams vertreten sein – kein anderer Auslandssender erlaubt sich das. Man muss halt Prioritäten setzen. Eine Übersicht über die schwedische und ausländische Presse morgen, gibt es hier.
KOPENHAGEN.
Am Valentinstag haben alle die rosarote Brille auf. So scheint es jedenfalls manchmal. 2 for 1 ist noch begehrter als sonst. Nicht so bei Bonniers Kunsthalle in Stockholm. Dort heißt es nämlich “Alleherzenstag (also Valentinstag) ist nicht für alle.” (siehe Bild). Wer heute alleine in das Museum kommt, zahlt nur den halben Eintritt. Wer zu zweit kommt, hingegen zweimal voll. Der letzte Satz des Plakats heißt “Bonniers Kunsthalle – nicht für alle.”
KOPENHAGEN. Als er Journalisten durch die Ausstellung des Fotografen Andreas Gursky führte, konnte Poul Erik Tøjner sich eine Bemerkung nicht verkneifen. Noch während der Ansprache mahnte er die Journalisten zur sauberen Arbeitsweise und wies daraufhin, dass nicht alle Bilder im Katalog auch in der Ausstellung zu sehen sind. Gelächter war die Antwort – vor kurzem hatten zwei dänische Journalisten Werke von Louisiana besprochen, die zwar im vom Museum herausgegebenen Text erwähnt, nicht aber zu sehen gewesen waren. „Es hätte so sein können“ darf eben nur in realistischer fiktionaler Literatur oder künstlerischer Fotografie wie der von Gursky gelten ohne dass eine Lüge entsteht. Viele seiner Arbeiten sind zu schön, um wahr zu sein. Mein Artikel zur Ausstellung mit Referenzen zu Google Earth, Boxenludern und Madonna jetzt bei art online. Um zu erfahren, was es mit Google Earth und Gursky auf sich hat, einfach den Artikel lesen.

