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KOPENHAGEN. Seit längerem spiele ich schon mit dem Gedanken, mir ein Auto zuzulegen. Schön, dachte ich. Kauf dir irgendeine Schüssel für 10.000 Euro und gut is. Nun wusste ich natürlich, dass man in Dänemark eine Registrierungsgebühr zahlen muss, will man ein Auto beispielsweise aus Deutschland einführen. Die kann bis zu 180 Prozent des derzeitigen Verkehrswerts des Wagens betragen. In meinem Fall müsste ich dann also nochmal 18.000 Euro berappen. Das Fahrzeug würde mich dann also nicht 10.000 sondern 28.000 Euro kosten.

Oft hört oder liest man dann in Internetforen die Frage: “Dann müsste ich das Fahrzeug ja zweimal kaufen. Oder habe ich da irgendetwas nicht verstanden?” Doch, doch, stimmt schon. Ein Auto in Dänemark ist ein absolutes Luxusgut, vergleichbar nur mit Belugakaviar und einem Rückenkratzer aus Elfenbein. Nur das beides wahrscheinlich billiger ist als ein Wagen. Man könnte das Auto gleich in Dänemark kaufen, da ist die Registrierungsgebühr aber schon mit drin im Preis.

Also. Welche Wege gibt es? Nicht sehr viele.

a) In den sauren Apfel beißen und bezahlen.

b) Wer ein SUV oder einen Kombi hat, kann für den gelbe Nummernschilder beantragen. Die sind wesentlich billiger. Allerdings muss man dann die Rückbänke dauerhaft umklappen und eine Trennwand welcher Art auch immer zwischen Front- und Heckbereich des Innenraums einziehen. Es dürfen dann also nur zwei Personen im Wagen sitzen.

c) Man besorgt sich das sogenannte Papageien-Nummerschild (halb weiß, halb gelb). Auch hier gibt es aber massive Beschränkungen, weil der Wagen dann so gut wie nicht privat gefahren werden darf.

d) Man besorgt sich eine Ausnahmegenehmigung, mit der man in Dänemark auch mit ausländischen Kennzeichen fahren darf. Die bekommt man aber nur für Firmenwagen, mit denen man nachweislich mehr als die Hälfte der Kilometer pro Jahr im Ausland fährt. Ein Fahrtenbuch ist zu führen.

Weitere Informationen dazu gibt die dänische Steuerbehörde. Wer wissen will, wie viel sein Auto gerade wert ist, das er nach Dänemark einführen will, kann sich unter www.bilpriser.dk aufklären lassen.

Ich halte die Registrierungsgebühr für Pkws ohnehin für unzulässig. Für mich ist das ein astreiner Importzoll, den es in der Form innerhalb der EU eigentlich gar nicht mehr geben dürfte. Da nützt es auch nichts, wenn Dänemark das Gebühr oder Abgabe oder sonst wie nennt. Wird hier nicht das Verbot von Ein- und Ausfuhrbeschränkungen unterlaufen?

Mich wundert, dass große deutsche Automarken wie BMW und Mercedes, die besonders unter dieser Regelung leiden müssten, nicht schon längst versucht haben, es vor Gericht darauf ankommen zu lassen. So schlecht stünden meiner Meinung nach ihre Chancen nicht.

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