You are currently browsing the category archive for the ‘Schlafen’ category.


Blick von der Dachterrasse des Arnarhvoll (Foto: Bomsdorf).

REYKJAVÍK. Der Großteil der Touristen dürfte wegen der Natur nach Island kommen. Die beginnt gleich außerhalb von Reykjavík; schon an der Uferstraße entlanggehend sind der Nordatlantik und der Hausberg Esja zu sehen.

Um einen solchen Blick schon zum Frühstück zu genießen, sei das Centerhotel Arnarhvoll empfohlen (Nein, ich bekomme von den Centerhotels weder Geld, noch Rabatt, sondern weise aus Überzeugung hier zum zweiten Mal auf ein Haus dieser kleinen Kette hin). Vor den Fenstern des Frühstückssaals im achten Stock wird ein Filmkulissenhaftes Panorama präsentiert, links neben der Natur das noch unfertige Konzerthaus.

Hotelfrühstücksbuffets sind oft ein Graus, eintöniges Essen, Gedrängel und Enge – einiges davon auch hier, aber der gute Blick entschädigt, zumal, wenn die Frühstückszeit so gewählt ist, dass der Saal fast leer ist. Große Fenster erlauben gute Sicht, völlig unblockiert ist diese von der Dachterrasse.

Auch sonst gehört das Arnarhvoll zu den besseren Hotels der isländischen Hauptstadt. Die Einrichtung schlicht und unverspielt, klare Linien dominieren das Design, Natur die Materialien. Wer Glück hat, genießt vom Zimmer aus fast den gleichen Blick wie vom Frühstücksraum. Im Keller eine kleine Spa-Abteilung mit Dampfbad, Sauna und – natürlich – Hot Pot. Internet auf dem Zimmer ist selbstverständlich (wenngleich nur schnurgebunden), Shampoo und Seife sind ein und derselbe Spender und müssen deshalb stets zwischen Waschbecken und Dusche hin- und herplatziert werden. Das Bad wird unvermeidlicherweise ständig aufs Neue unter Wasser gesetzt. Ebenfalls problematisch: Stauraum für Anziehsachen ist rar, die Zimme sind wohl für Leute gemacht, die aus dem Koffer leben – das wären dann aber auch die kritischen Punkte in dem Hause. Als Übernachtungspreis sind 60 Euro realistisch buchbar und mehr als günstig.

Natur-Tryptichon im verspiegelten Glas der Hotel-Küche (Foto: Bomsdorf).


REYKJAVÍK. Der Verfall der isländishen Krone kommt ausländischen Touristen sehr entgegen. Plötzlich ist Island, das den Platz als teuerstes Reiseland Europas je nach Warenkorb wohl im Wechsel mit Norwegen bestritten hat, richtig günstig geworden.

Das ist natürlich relativ zu verstehen, für jemanden, der wie ich aus Teuerland Dänemark anreist, ist der Preisverfall bei den typischen Touristenwaren enorm – ein einfaches Fischgericht als Mittagessen 1790 ISK (rund 10 Euro), der Espresso hinterher 320 Kronen (keine 2 Euro), lediglich das 0,4er Glas Bier ist mit 800 ISK (4,50 Euro) in etwa so teuer wie in Kopenhagen. Wobei dazu gesagt werden muss, das Alkohol und Zigaretten in Dänemark vergleichsweise preiswert sind, schließlich gehören sie dort zu den Grundnahrungsmittel (die ansonsten – s. bspw. Brot – aber teuer sind…). Urlauber aus Deutschland werden in etwa mit dem aus der Heimat gewohnten Preisniveau rechnen müssen, aber das ist viel weniger als früher.

Besonders überrascht war ich über die Hotelpreise. Im Centerhotel Klöpp zahlte ich pro Nacht nur 35 Euro – die Auftraggeber hat es gefreut, so war die lange Islandreise keine Bürde. Das Hotel sei nicht nur wegen des günstigen Preises empfohlen, die Lage am Klappastiggur ist ideal, zumindest wenn einen das ein oder andere vorbeifahrende Auto nicht aus dem Schlaf holt. Zum Amtssitz der Ministerpräsidentin sind es fünf Gehminuten, zur Hallgrimskirche vielleicht zehn und der Laugavegur ist drei Minuten entfernt. Das Zimmer, das ich bezog hatte eine großzügige Fensterfront, durch die zwischenzeitlich der isländische Wind recht heftig zog. Aber so ist das nun einmal, wenn man nur zwei Straßen vom Nordatlantik entfernt wohnt. Dafür kann auf Island ja Dank Erdwärme die Heizung guten Gewissens stets voll aufgedreht werden. Wer stets eisgekühltes Bier in der Minibar griffbereit haben möchte, wählt lieber nicht das Klöpp. Oder denkt daran, den Hauptstromschalter im Zimmer nie auszuschalten, den praktischerweise ist auch die Minibar daran gekoppelt. Kabelinternet gibt es auf dem Zimmer, drahtlos in Lobby und auf dem Flur. Das Personal rund um die Uhr freundlich und hilfsbereit. Mein Vorschlag: Preiserhöhung.


Treppe in der Lobby des Hilton Copenhagen Airport (Foto: Bomsdorf)

Hilton die Zweite (Foto: Bomsdorf)

HILTON COPENHAGEN AIRPORT. Kommen die Bilder bekannt vor, werden Erinnerungen wach? Verwirrt?

Weil der Flieger von Kopenhagen nach Reykjavík von 20.25 Uhr auf nachts um 3.50 Uhr verschoben worden ist, bin ich im Hilton Hotel am Flughafen gestrandet (genannt Hilton Copenhagen Airport Hotel) – die Fluglinie Icelandexpress lädt zur Entschädigung ein.

Ein guter Anlass, auf einen der interessantesten dänischen Filme der vergangenen zehn Jahre hinzuweisen. In “Reconstruction” von Christopher Boe verbringen Alex (Nikolaj Lie Kaas) und Aimee (Maria Bonnevie) eine Nacht in ebenjenem Hilton Hotel, begegnen sich dort wieder (zumindest meint das Alex, der mit Aimee wegfliegen möchte) und verpassen sich. Alex weiß am Ende nicht mehr, wo ihm der Kopf steht und wie wirklich die Wirklichkeit ist.

Ein ähnliches Gefühl stellt sich nach einigen mehr oder weniger schlaflosen Stunden im Flughafenterminal und im Hilton ein – zumal die beiden durch einen Gang verbunden sind und so die ganze Zeit über die Realität außerhalb der zwei Nicht-Orte nicht betreten werden muss.

Das Hotel selber? Hilton halt: gehobener Komfort, langweilig.  Seife gab es im Bad übrigens keine  - soviel zum Thema Service in vorgeblichen Luxushotels. Aber vielleicht wahr alles gar nicht.


STOCKHOLM. Eher mäßige Hotels sind oft ganz einfach auszumachen: Wenn die Gänge ähnlich aussehen wie jene auf den großen Fähren oder Kreuzfahrtschiffen, ist häufig davon auszugehen, dass der Rest des Hotels Schiffbruch erlitten hat. So leider auch beim Nordic Sea in Stockholm.

Für Kurzbesuche ist die Lage optimal, das Haus ist vom Bahnhof nur ein paar Schritte entfernt, ebenso wie das Radisson und das Schwesterhotel Nordic Light. Vier Sterne und der Übernachtungspreis von über 130 Euro ließen die Erwartungen nicht allzu tief starten, doch selbst, wenn diese ein wenig niedriger gewesen wären, wären sie vermutlich enttäuscht worden. Nun denn, der Gang durch die Gänge dämpfte sogleich die Erwartungen, denn – s.o. . Im Zimmer angekommen, war es obgleich die Superieur Kategorie gewählt worden war, aus Platzgründen kaum zu vermeiden über den runden Glastisch zu stolpern, der nur gut einen Meter von der Tür platziert gleich vor die Couch gezwängt worden war. Der Name Nordic Hotel hatte nordischen Einrichtungsstil erwarten lassen, doch was Zimmer 1454 bot, war eher Kategorie Möbel Franz. Dagegen wäre selbst IKEA eine Freude gewesen, das Bett vom schwedischen Hersteller Hästens konnte da immerhin noch etwas rausreißen.

Möbeldesign bei MAX-Burger (Foto: Bomsdorf)

Das Bad glänzte durch Wanne, Duschgel hingegen durch Abwesenheit und die Nachfrage an der Rezeption nach eben diesem wurde mit Erstaunen quittiert und der Frage, wie es denn mit einem zweiten Stück Seife wäre. Dass in einem solchen Haus der Frühstückssaal ebenfalls vor allem durch schlechten Einrichtungsgeschmack auffällt, wunderte schon nicht mehr – das Hamburgerrestaurant MAX gleich nebenan hatte da in Sachen Design einiges mehr zu bieten. Beim Hotelbuffet am morgen war der klassische Fehler gemacht worden – Masse statt Klasse. Wie gut, dass das Cafe Sosta nur 10 Gehminuten entfernt war.

Immerhin: an der Rezeption war man so nett Informationen zu einem Naherholngsgebiet aus dem Internet rauszusuchen und auszudrucken. Beim Auschecken wurden die Gäste nicht etwa gefragt, ob Ihnen der Aufenthalt gefallen hat, stattdessen gab es einen Zettel mit der Bitte, dort auf einer Skala von eins bis zehn die Qualität des Hotels zu bewerten, zehn ist gut, hieß es. Nicht das Wohlbefinden des einzelnen Gastes zählt im Nordic Sea, sondern die durchschnittliche Zufriedenheit aller. Zwei von zehn Punkten konnte sich das Haus bei mir sichern.

Iittala, mit Preisschild (Foto: Bomsdorf)

Dass es nicht nur einer war, liegt an den schönen Bechern und Gläsern, die es auf dem Zimmer und beim Frühstück gab: Iittala aus Finnland. Warum allerdings Preisschilder drangelassen worden waren, hab ich nicht ganz verstanden. Gewundert allerdings hat es mich aufgrund der ansonsten so durchgängigen Stilllosigkeit auch nicht wirklich. Wie gut, dass auch ein solches Hotel nichts daran ändern kann, dass Stockholm eine wunderschöne Stadt ist. Ab sofort werde ich das Nordic Sea aber meiden und empfehle allen anderen es mir gleichzutun. Und damit niemand meint, es gäbe keine Alternative, hier gleich noch zwei Häuser unterschiedlicher Preiskategorien, mit denen ich erheblich zufriedener war: Elite Plaza, Hotel/Jugendherberge Fridhemsplan.

Hier nochmal das Fazit 2/10 Punkte.

Mein Twitteraccount (mehrsprachig, Schwerpunkt Kultur)

April 2014
M D M D F S S
« Mär    
 123456
78910111213
14151617181920
21222324252627
282930  

HochOben

Follow

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.