KOPENHAGEN. In Norwegen leben nur wenige Juden. Diese fühlen sich in zunehmendem Maße unwohl, weil sie Antisemitismus im Alltag zu spüren bekommen. Das hat auch mit der besonders kritischen Einstellung einiger Norweger Israel gegenüber zu tun. Immer wieder wird aus Kritik an Israel eine an Juden. Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges war Norwegen eines der Länder, die Israel besonders nahe standen. In der jüngeren Vergangenheit ist aus dem hohen Norden mehr und mehr berechtigte wie unberechtigte Kritik zu hören. Die Wochenzeitung Morgenbladet hat in der aktuellen Ausgabe die Geschichte der israelisch-norwegischen Beziehungen beschrieben und analysiert, wie es zu mehr und mehr Distanz kam (der Anfang ist hier online zu lesen, den kompletten, sehr informativen Text gibt es nur für Abonnenten). Vor kurzem schrieb ich für Die Welt über eine Untersuchung zum Antisemitismus in Norwegen, der einen Überblick über den Status Quo gibt. Antisemitismus ist stets erschreckend, aber immerhin ist er laut Untersuchung in Norwegen weniger verbreitet als in vielen anderen westeuropäischen Ländern.

Auch wenn es vereinzelt Wissenschaftler gibt, die sich recht gedankenlos zu Judentum und Israel zu äußern scheinen, sollte klargestellt werden, dass anders als einschlägige israelische Bloggs berichten, der Großteil der norwegischen Minister weder antisemitisch ist, noch meint, Berichte über Vergewaltigungen durch Muslime würden Israel erfreuen.

About these ads