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KOPENHAGEN. Die Nordeuropäer freuen sich immer, wenn Statistiken in pro-Kopf-Werte umgerechnet werden und sie weit oben auftauchen – etwa beim BIP oder der geringen Staatsverschuldung. Diesmal allerdings dürfte Dänemark so froh nicht sein, denn die Umweltschutzorganisation wirft (in diesem Bericht) dem kleinen nordeuropäischen Land vor, einen besonders großen Fußabdruck (wenn man den Begriff einmal eins zu eins ins Deutsche übersetzen mag) zu haben. Nur drei Länder verbrauchten pro Kopf mehr Ressourcen als das nördlich von Deutschland gelegene Königreich. Und das sind ausgerechnet Katar, Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate. Also ist Dänemark das westlich-demokratische Industrieland mit dem höchsten Ressourcenverbrauch. Zu Buche schlägt bei Dänemark vor allem der Ackerbau – das Land gehört zu den größten Exporteuren von Schweinefleisch der Erde und die wollen gefüttert werden. Aber gegessen wird dieses Fleisch ja nicht nur von Dänen, von daher muss der schlechte Platz drei auch auf die Handelspartner Dänemarks zurückfallen. Es ist nichts Neues, das weniger Fleischverzehr der Umwelt viel nutzen würde und es ist auch nichts Neues, dass die Umweltpolitik(er) dieses Thema kaum berühren.

Mehr zum Beispiel im Wissenschaftsteil der Süddeutschen Zeitung.


KOPENHAGEN. Bisher hat der finnische Film vor allem durch Kaurismäki Aufsehen erregt und da gab es wenig zum Lachen. Doch mit “Iron Sky” ist das anders. Anfangs war noch die Frage im Hinterkopf, ob da nicht doch zu viel der Geschichte ausgelassen wird, wenn in einem Film, in dem die Nazis die Hauptrolle spielen, die Judenverfolgung nicht einmal thematisiert wird. Doch es wäre problematischer gewesen, dies in diesem satirisch-lustigen Film zu tun als es auszulassen. Der Film ist eine Hollywood-Persiflage – das klingt ersteinmal nach 1000 mal gesehen, aber persifliert werden genauso Allmachtsphantasie und das mit unglaublich vielen Referenzen zur Geschichte der Unterhaltungsindustrie (Krieg der Welten, der große Diktator, Dr. Strangelove, Star Wars, Wag the Dog… vermutlich dürfte ich nichteinmal alle erkannt haben). Es ist eine moderne, schnelle Antwort auf “Dr. Strangelove”. Dabei: Udo Kier. Der ist in Dänemark kein Unbekannter – er trat in Lars von Triers “Riget”-Serie auf und in den Filmen des Künstlers Jesper Just.

Interessant auch das Finanzierungsmodell der deutsch-finnisch-australischen Co-Produktion: rund zehn Prozent des nur 7,5 Mio. Euro großen Budgets wurden durch Crowdfunding aufgetrieben, dazu in der NZZ mehr (nicht von mir).

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