KOPENHAGEN. Bernhard Schlink verzeiht mir hoffentlich die Anlehnung an seine Titel-Serie bei der Überschrift hier, aber es passt einfach zu gut. Denn, was Karikaturisten (und sicher auch Journalisten) immer wieder erleben, ist Zensur und was sie immer mal wieder ausübern, ist Selbstzensur. Die so genannte Mohammed-Krise vor bald sieben Jahren und deren Folgen sind da nicht der einzige Fall. Schon vorher und nachher gab und gibt es Fälle, wo die Presse den Mächtigen nicht passt (Christian Wulffs peinlicher Anruaf beim Bild-Chefredakteur gehört dazu) – es geht längst nicht nur um die Verletzung religiöser Gefühle.

Ein neues Buch des dänischen Journalisten Anders Jerichow gibt weltweite Beispiele von der gefährdeten Meinungsfreiheit der Karikaturisten. Ohne die Mohammed-Krise ist wäre das Buch nicht entstanden, diese kommt in “Karikaturisten im globalen Minenfeld” so der etwas sperrige Titel auch vor, doch ebenso ältere und aktuellere Fälle aus SSüdafrika, Dänemark, den USA, Indonesien und diversen anderen Ländern (Deutschland fehlt übrigens). Für Die Welt habe ich Jerichow in Kopenhagen besucht, hier der zugehörige Artikel in der online Version.

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