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KOPENHAGEN. Wikileaks ist dafür bekannt, geheime Dokumente, die es zugespielt bekommen hat, zu publizieren. Gestern wurde aus Schweden vermeldet, dass die Organisation auch selber Dossiers anlegt – über schwedische Journalisten, die verdächtigt werden an einer Konspiration gegen Julian Assange beteiligt zu sein. Die Zeitung Expressen war an eine entsprechende Quelle gekommen, hier der Artikel. Klingt nach Verfolgungswahn. Es heißt die Dokumente enthielten nicht nur eine Zusammenstellung frei zugänglicher Quellen. Mehr Details in meinem heutigen Artikel für Die Welt (u.a. sprach ich mit Thomas Mattsson, Chefredakteur von Expressen, der im eigenen Blatt diesen Artikel schrieb).

KOPENHAGEN. Das Schwedens Kronprinzenpaar Nachwuchs bekommen hat, dürfte auch in Deutschland kaum jemandem entgangen sein. Schon am Tag der Geburt, dem 23. Februar, wurde ein erstes Bild des Elternpaares mit Babytrage in der Hand publik gemacht – auf Facebook. Das Baby selber  - Estelle Silvia Ewa Mary – war aber nicht zu erkennen. Nun kann sich die Überwachungssoftware hinter dem sozialen Netzwerk freuen, auch die biometrischen Daten der künftigen Thronfolgerin ausrechnen und abspeichern zu dürfen. Denn das erste Babyfoto – geschossen vom Vater Daniel Westling – wurde soeben ebenfalls auf der königlichen Seite bei Facebook publik gemacht. Vielleicht wird die bald reichlich getagt. Svenska Dagbladet und andere berichten natürlich schon fleissig.

Ein königlicher Nachwuchs hat ohnehin kaum eine Chance unerkannt durch die Welt zu gehen, alle anderen, die ihre Bilder bei Facebook hochladen, minimieren ihre Chance damit ebenfalls – auch, wenn viele es immer noch nicht wissen. Dazu ein Text aus der FAZ und ein weiterer als Glosse getarnter interessanter Artikel von Swantje Karich.

KOPENHAGEN. Wer ein paar hundert Euro über hat, um nach New York zu reisen oder ein paar tausend zusätzlich, um sich dort Kunst zu kaufen, kann sich der Seele der Nordeuropäer mit dem Geldbeuteln nähern. Die diesjährige Ausgabe der Kunstmesse “The Armory Show” steltt nämlich die nordeuropäische Kunstszene in den Fokus. Neben Galerien sind auch erstaunlich viele “artist run spaces” vertreten. Einen Überblick gibt die Messe selber und zwar hier.

KOPENHAGEN. Heut nacht hat die schwedische Kronprinzessin Victoria eine Prinzessin geboren. Das ist den deutschen öffentlich-rechtlichen Fernsehanstallten natürlich viel Aufwand wert. ARD und ZDF werden bei der morgigen Zeremonie aus diesem Anlaß gleich mit mehreren Teams vertreten sein – kein anderer Auslandssender erlaubt sich das. Man muss halt Prioritäten setzen. Eine Übersicht über die schwedische und ausländische Presse morgen, gibt es hier.

KOPENHAGEN. Und es ist wieder soweit: In London wird die neuste Skulptur für den vierten Sockel (Fourth Plinth) eingeweiht. Heute, am 23. Februar um 9 Uhr. Das dänisch-norwegische Duo Elmgreen und Dragset steht für den Entwurf. Mehr ab heute in den Medien dieser Welt.

Michael Elmgreen & Ingar Dragset  Powerless Structures, Fig. 101 (Marquette) (2010)

Michael Elmgreen & Ingar Dragset Powerless Structures, Fig. 101 (Marquette) (2010)

KOPENHAGEN. Das Auktionshaus Sotheby’s hat heute vermeldet, eine Version des Gemäldes “Der Schrei” von Edvard Munch (1863-1944) zu versteigern. Es ist das einzige handelbare Exemplar des bekanntesten Motivs von Munch – alle anderen Schrei-Gemälde sind im Besitz norwegischer Museen und die verkaufen bekanntlich nicht, Lithographien haben auch deutsche Museen.

Erste Schätzungen lauten deutlich über 50 Mio. Euro. “Der Schrei” ist auch deshalb so berühmt, weil er (in jeweils unterschiedlichen Versionen) gleich zweimal gestohlen und wieder aufgetaucht ist. Auch die Aufmerksamkeit, die das Werk durch diese Diebstähle bekommen hat, dürfte zum beträchtlichen Preisanstieg der Bilder Munchs beigetragen haben. Diese These wird bereits in diesem Text von mir für The Art Newspaper im Sommer 2008 vertreten.

KOPENHAGEN. Der norwegische König feiert heute seinen 75. Geburtstag. Vor fast fünf Jahren traf ich ihn und seine Frau, Königin Sonja, für die Welt am Sonntag zum Interview. Aus Anlass des runden Geburtstages hier nochmals der damals entstandene Text aus der Welt am Sonntag.

STOCKHOLM. Gerade ging in Stockholm wieder das Kunstmessenwochenende zu Ende. Wie gewohnt fand am Samstag auch die Galeriennacht statt. Neu aber war, das Moderna Museet von Freitagabend um 19 Uhr bis Sonntagabend um 19 Uhr geöffnet hatte – 48 Stunden am Stück also. freq_out hieß die Veranstaltung, die auf Klangkunst setzte und schon einmal in u.a. Brüssel und Berlin veranstaltet worden war. Freitagnacht ging es recht ruhig zu im Museum – zu ruhig für ein Fest, aber dann doch zu laut, um sich auf die Musik zu konzentrieren.

Gröna Rummet unter freq_out mit Aussicht auf die Insel Djurgården. (Foto: Bomsdorf)

Gröna Rummet unter freq_out am Sonttag mit Aussicht auf die Insel Djurgården. (Foto: Bomsdorf)

Sonntagvormittag hingegen war bestens für den Gang in den Musikbereich des Moderna.Denn dann war es richtig leer und das Tageslicht draußen ließ ohnehin nicht an Party denken. Doch anders als wohl gewünscht nahm ich auch die Musik nur am Rande wahr. Stattdessen stand der Raum im Mittelpunkt. Der erste, in rotes Licht getauchte Raum wirkte sehr sakral. Nach dem Eintreten steht der Besucher einer weißen Wand gegenüber, die komplett leer ist, keine Skulptur steht davor, kein Bild hängt daran, stattdessen ist sie einfach in rotes Licht getaucht und vielleicht weil das für ein Museum so ungewöhnlich ist, halte ich kurz inne und blicke dann an der Mauer nach oben. Der Ausstellungsraum ist kein rechteckiger White Cube, sondern an der Decke ist ein Oberlicht angebracht und die Decke läuft nicht parallel zum Boden, sondern spitz auf dieses Oberlicht zu. In etwa so wie ein Kirchturm von Innen, nur flacher. Zu sehen ist das auch, wenn man hinter der Wand mitten im Raum steht. Dort, wo ein paar leere Sofas und Teppiche „zum Verweilen einladen“ wie es immer so schön heißt. Der Kunstraum ähnelt einem Kirchenraum und verleitet vielleicht zu mehr Kontemplation als wenn dort immer nur Bilder gezeigt werden.

Bei art gibt es einen ausführlicheren Bericht von mir zu freq_out.

FRANKFURT. Solch einen Andrang hatte die Frankfurter Schirn selten erlebt. Schaulustige stauten sich vor dem Eingang anlässlich der Eröffnung der Ausstellung “Munch – Der moderne Blick”. Das Interesse an Edvard Munch ist in Deutschland groß, keine Frage. Noch größer war aber wohl das Interesse an Kronprinzessin Mette-Marit, die zur Eröffnung kam. Deshalb also dieser außergewöhnlich große Andrang.

Here comes the Sun - Museumsdirektor und Kronprinzessin. (Foto: Ausstellungseröffnung „Edvard Munch. Der moderne Blick“  © Schirn Kunsthalle, Foto: Martin Joppen)

Here comes the Sun - Museumsdirektor und Kronprinzessin. (Foto: Ausstellungseröffnung „Edvard Munch. Der moderne Blick“ © Schirn Kunsthalle, Foto: Martin Joppen)

Die Ausstellung ist sehr sehenswert, nicht nur, weil es Munch ist, sondern auch wegen der spezifischen Auswahl. Der Schrei fehlt, aber beinahe darum geht es eigentlich. Denn gezeigt wird einmal ein anderer Blick. “Munch – Der neue Blick” wäre deshalb eigentlich der passendere Ausstellungstitel gewesen, wie ich in meinem Artikel über die Schau bei artnet argumentiere.

KOPENHAGEN. Bonniers Kunsthalle ValentinreklameAm Valentinstag haben alle die rosarote Brille auf. So scheint es jedenfalls manchmal. 2 for 1 ist noch begehrter als sonst. Nicht so bei Bonniers Kunsthalle in Stockholm. Dort heißt es nämlich “Alleherzenstag (also Valentinstag) ist nicht für alle.” (siehe Bild). Wer heute alleine in das Museum kommt, zahlt nur den halben Eintritt. Wer zu zweit kommt, hingegen zweimal voll. Der letzte Satz des Plakats heißt “Bonniers Kunsthalle – nicht für alle.”

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