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KOPENHAGEN. TV-Duelle in Deutschland sind (oder waren zumindest einmal) etwas besonderes. Wer erinnert sich nicht an das erste echte Aufeinandertreffen zweier Spitzenkandidaten im deutschen Fernsehen. Dem Duell zwischen Gerhard Schröder und Edmund Stoiber gingen monatelange Planungen voraus, in denen Redezeit, farbliche Abstimmung der Krawatte und natürlich die Verteilung der Sendezeit auf private und öffentlich-rechtliche Kanäle en Detail festgelegt wurden. Das Korsett für diese Zwiegespräche war eng geschnürt, dem entsprechend langweilig kamen die Zwiegespräche über weite Strecken daher. Das war zwischen Schröder und Stoiber so und änderte sich auch nicht zwischen Schröder und Merkel sowie Merkel und Steinmeier. Dass es bei diesen Duellen neue Informationen nicht geben würde, war zu erwarten, jedoch mangelte es meist auch am unterhaltenden Element.

In Schweden gehören TV-Duelle fast schon zum Alltag. Zumindest im Wahljahr 2010. Die liberal-konservative Allianz unter Regierungchef Fredrik Reinfeldt und die rot-grüne Opposition unter Führung der von vielen respektierten aber nur von wenigen geliebten Mona Sahlin liefern sich in Umfragen ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Alles scheint noch möglich zu sein. Und Reinfeldt und Salin scheinen gar nicht genug von einander zu bekommen. Zum gefühlten X-ten Mal trafen sie gestern im schwedischen Fernsehen in einem TV-Duell aufeinander. War in den ersten Runden noch vorsichtiges Abtasten angesagt, hat sich das TV-Paar inzwischen schon derart eingespielt, dass das andere TV-Paar im deutschen Fernsehen Delling/Netzer vor Neid erblassen würde.

Kostprobe?

Reinfeldt: “Ich habe eine staatliche Schnapsfabrik verkauft und darauf geachtet, dass wir heute niedriger Steuern haben. Ich finde, das kann sich sehen lassen.”

Sahlin: “Es wäre noch kluger gewesen, wenn Du die Steuern nicht mit geliehenem Geld gesenkt hättest.”

Man kennt und duzt sich (wie in Schweden ohnehin üblich). Moderatorin Anna Hedemo lässt viel Raum für Zwischenfragen und Einwürfe und lässt sich auch nicht aus der Ruhe bringen, als Mona Sahlin die Frage, wer denn nun der bessere Krisenmanager sei, als “blödsinnig” abtut und Reinfeldt sich nicht zu schade ist, seiner Konkurrentin durch ein süffisantes Lächeln zumindest in dieser Frage Recht zu geben.

Insgesamt doch viel unterhaltsamer das Ganze als die drögen TV-Duelle in Deutschland.


KOPENHAGEN. Vulkanasche auf den Hausdächern, Vulkanasche auf den Weiden, von denen die Tiere grasen – der Ausbruch des Vulkans Eyjafjallajökull hat den Bewohnern in der Nähe des Bergs erhebliche Probleme bereitet. Doch sie sollen mit der Asche Asche machen. Die Website www.nammi.is bietet nämlich Vulkansche zum Verkauf an – das 160 Grammglas für 4894 Isländische Kronen inklusive Mwst. Das sind umgerechnet knapp 30 Euro. Der Erlös, so heißt es auf der Website, soll dem Verband der Rettungsmannschaften „Landsbjörg“ zu Gute kommen, die versuchen die Bewohner am Eyjafjalla von Asche zu befreien. Vermutlich wird der Bruttoerlös gemeint sein, denn die Mwst. von umgerechnet 6 Euro muss ja an den isländischen Staat abgeführt werden. Damit ergibt sich, dass auch ganz Island von dem Vulkanaubruch finanziell profitieren kann und Asche zu Asche machen kann.

Der isländische Staat hatte Ende 2009 Schulden in Höhe von 1176 Mrd. Isländische Kronen, teilte das Finanzministerium im März mit. Nach aktuellem Wechselkurs sind das in etwa 7,12 Mrd. Euro. Wenn über http://www.nammi.is eine Mrd. und 187 Mio. Asche Gläser verkauft werden und darauf Mwst. gezahlt wird, hat das Finanzministerium genug Mehrwertsteuer eingenommen, um die Staatsschuld zu tilgen. Dafür  müßten 190 Mrd. Gramm, also 190 Mio. Kilo oder 190 000 Tonnen Asche in 160 Grammgläser verpackt verkauft werden. Klingt nicht so viel, aber unabhängig davon, ob der Vulkan Eyjafjallajökull so viel ausgespuckt hat, heißt das, dass rund jeder sechste der 6,8 Mrd. Bewohner der Erde ein Glas kaufen müsste. Und in einigen Ländern dürften die Menschen für 30 Euro, so sie diese denn haben, bessere Verwendung haben. Und das Icesave-Problem wäre damit auch noch nicht gelöst.

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