KOPENHAGEN. “Volvo ist Volvo, und Geely ist Geely.” An diesen Satz von Li Shufu können sich alle Beteiligten und Beobachter noch gut erinnern. Er ist ja auch noch nicht alt. Genauer gesagt 16 Tage. Als der Chef des chinesischen Autobauers Zhejiang Geely Holding und Ford-Finanzchef Lewis Booth am 28. März in Göteborg den Kaufvertrag (1,8 Milliarden Dollar) zur Übernahme der schwedischen Traditionsmarke Volvo unterschrieben, betonte Li, dass der Autobauer als eigenständiges Unternehmen mit einer eigenen Konzernleitung erhalten bleibe. Sitz von Volvo sollte auch in Zukunft Göteborg sein. Schwedens Wirtschaftsministerin Maud Olofsson zeigte sich zufrieden. Das gleiche gilt für die Gewerkschaften, die bis zuletzt Zweifel an dem Deal geäußert hatten. Die Belegschaft war ohnehin erleichtert. Volvo bekommt einen neuen Eigner, frisches Geld und mit China einen riesigen Markt, ohne dass sich vor Ort in Schweden spürbar etwas ändern würde.

Inzwischen ist die erste Euphorie verflogen, und man schaut wieder mit ungetrübtem Blick nach Hongkong. Und dort scheint sich was zusammen zu brauen. Am gestrigen Montag nämlich legte Geely dort seinen Jahresbericht für 2009 vor. Und auf der Pressekonferent sprach der Chef von Geely Automotive Holdings Ltd (Tochtergesellschaft der Geely Holding Group), Gui Sheng Yue, plötzlich von Plänen, Volvo komplett in der Geely-Familie aufgehen zu lassen. “Das wird nicht lange dauern, vielleicht drei Jahre”, sagte er den Journalisten. Vor zwei Wochen klang das noch ganz anders.

Bei Volvo will man die Aussage Guis nicht kommentieren. Die Angst ist wieder da.

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